Ferrexpo Aktie: Pelletproduktion in Ukraine angelaufen
Veröffentlicht am: 08.09.2026 um 02:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ferrexpo ist zurück im Handel – und die Aktie reagiert mit einem kräftigen Kurssprung. Die britische Finanzaufsicht FCA hat die Wertpapiere des ukrainischen Eisenerzförderers wieder in die offizielle Notierungsliste aufgenommen, nachdem der Handel seit Anfang Mai ausgesetzt war. Am Montag rollte die Aktie an der Londoner Börse wieder, begleitet von deutlichen Kursgewinnen im Tagesverlauf.
Produktion mit einer Pelletlinie wieder angelaufen
Parallel zur Handelsaufnahme meldete Ferrexpo den Neustart der Produktion in der Ukraine. Zunächst läuft nur eine Pelletlinie, ein vorsichtiger erster Schritt zurück in den operativen Betrieb. Möglich wurde der Neustart durch eine zuvor abgeschlossene Kapitalerhöhung über 100 Millionen US-Dollar, die dem Unternehmen frisches Eigenkapital verschaffte.
Größter Aktionär Fevamotinico Sarl hatte sich verpflichtet, 179,5 Millionen neue Aktien zu zeichnen, während Andriy Verevskyi als Ankerinvestor 50 Millionen US-Dollar beisteuerte – Themen, die den Konzern bereits vor rund einem Monat beschäftigt hatten, nun aber in ihrer Wirkung sichtbar werden.
Für Anleger ist die Kombination aus wiederhergestellter Notierung und tatsächlich anlaufender Produktion die eigentliche Nachricht des Tages. Eine reine Kapitalspritze allein hätte wenig Vertrauen geschaffen, wenn der Betrieb stillgestanden hätte. Dass Ferrexpo nun operativ wieder Erz verarbeitet, signalisiert, dass die Finanzierung nicht nur Bilanzkosmetik war, sondern tatsächlich Substanz hat.
Verlust wächst deutlich, Ausblick bleibt vage
Der Neustart fällt in eine Phase schwerer finanzieller Belastung. Für das am 31. Dezember 2025 beendete Geschäftsjahr wies Ferrexpo einen Verlust von 224 Millionen US-Dollar aus, deutlich mehr als der Fehlbetrag von 50 Millionen US-Dollar im Jahr zuvor. Der Anstieg unterstreicht, wie stark der Krieg in der Ukraine und die monatelange Produktionsunterbrechung auf die Zahlen durchgeschlagen haben.
Eine konkrete Prognose für das laufende Geschäftsjahr traut sich das Unternehmen nicht zu geben. Ferrexpo erklärte, unter den gegenwärtigen Bedingungen keine belastbare Produktions- und Kostenguidance für 2026 liefern zu können. Diese Zurückhaltung passt zum Bild eines Unternehmens, das gerade erst wieder Fuß fasst – operativ wie an der Börse – und noch keine verlässliche Basis für Prognosen hat.
Was der Kurssprung bedeutet
Der starke Anstieg am ersten Handelstag nach der Wiederzulassung lässt sich vor allem als Erleichterungsrally lesen. Monatelang konnten Aktionäre ihre Anteile nicht handeln, jetzt kehrt Liquidität in das Papier zurück.
Die Kombination aus Listungs-Wiederherstellung und Produktionsstart liefert den fundamentalen Anker für die Kursbewegung, auch wenn die Verlustzahlen und die fehlende Guidance daran erinnern, dass Ferrexpo noch weit von einer Normalisierung entfernt ist. Für Anleger bleibt die Aktie damit ein Wette auf die weitere Stabilisierung des operativen Geschäfts in einem nach wie vor schwierigen Umfeld.
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