Ferrexpo, Aktie

Ferrexpo Aktie: 113 Millionen Dollar beschlagnahmt

Veröffentlicht am: 18.09.2026 um 16:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Ferrexpo erhält 15 Millionen US-Dollar Kredit, während Korruptionsvorwürfe, Sanktionen und ein Kursverlust von 65 Prozent belasten.

Ferrexpo unter Druck: Ermittlungen und neuer 15-Millionen-Kredit
Düstere, industrielle Bergbau-Landschaft bei Dämmerung mit schweren Maschinen und dramatischem Himmel. Illustration mit AI erstellt.

Der Bergbaukonzern Ferrexpo steht vor einer massiven juristischen Aufarbeitung vergangener Finanzflüsse, während er gleichzeitig versucht, seine Liquidität durch neue Kredite zu sichern.

Berichte über veruntreute Stiftungsgelder in dreistelliger Millionenhöhe und Korruptionsverfahren gegen das Umfeld des ehemaligen CEOs Konstantin Zhevago belasten das Unternehmen schwer. Trotz dieser Unsicherheiten sicherte sich der Konzern in diesem Monat eine Finanzspritze über 15 Millionen US-Dollar.

Dubiose Millionenflüsse an Wohltätigkeitsstiftung

Im Zentrum der Vorwürfe stehen Transaktionen aus den Jahren 2013 bis 2018. Drei Eisenerzkombinate (GOKs) von Ferrexpo, allen voran der Standort Poltawa, überwiesen in diesem Zeitraum rund 110 Millionen US-Dollar an die Stiftung „Kv?tuchiy kray“.

Nach Analysen der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Crowe erreichten mindestens 74 Millionen US-Dollar dieser Mittel niemals karitative Projekte. Bereits 2018 konnte Deloitte die Verwendung von weiteren 33,5 Millionen US-Dollar nicht bestätigen.

Medienberichten zufolge dienten diese Gelder zur Stützung der Bank „Finanzen und Kredit“, die ebenfalls zum Imperium von Konstantin Zhevago gehörte. Kurz vor der Zahlungsunfähigkeit der Bank im September 2015 sollen über Tochterfirmen zudem rund 22 Millionen US-Dollar für eine Kapitalerhöhung des Instituts zweckentfremdet worden sein.

Die ukrainischen Behörden (DBR) gehen mittlerweile von einem Gesamtabfluss von 113 Millionen US-Dollar aus, die im Februar 2024 in der Schweiz beschlagnahmt wurden.

Bestechungsvorwürfe am Obersten Gerichtshof

Neben den veruntreuten Stiftungsgeldern lastet ein Korruptionsskandal um Anteilsverhältnisse am Poltawa-GOK auf dem Konzern. Laut Ermittlungen von NABU und SAP wurden 2,7 Millionen US-Dollar gezahlt, um eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofs zugunsten der Strukturen von Zhevago zu beeinflussen.

Im Mai 2023 wurde in diesem Zusammenhang der damalige Gerichtspräsident Kniazev verhaftet, wobei eine Tranche von 450.000 US-Dollar sichergestellt worden sein soll.

Zhevago selbst, der im Dezember 2022 in Courchevel verhaftet und später gegen eine Kaution von einer Million Euro freigelassen wurde, entzieht sich bisher der ukrainischen Justiz. Nachdem Frankreich im November 2023 eine Auslieferung abgelehnt hatte, weiteten die Behörden die Sonderermittlungen im April 2026 aus. Im Mai 2026 wurden zudem weitere Richter des Obersten Gerichtshofs unter Verdacht gestellt.

Neuer Kredit und schwierige Marktlage

Inmitten dieser juristischen Auseinandersetzungen erhielt Ferrexpo im September einen Kredit über 15 Millionen US-Dollar von der Gesellschaft Fevamotinico. Diese Mittelzufuhr erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem das Vertrauen der Anleger durch die fortlaufenden Berichte über Korruption und die im Februar 2025 verhängten unbefristeten Sanktionen des nationalen Sicherheitsrates (SNBO) massiv beschädigt ist.

An der Börse spiegelt sich die angespannte Lage deutlich wider. Die Aktie verlor heute 3,8 Prozent an Wert. Seit Jahresbeginn verzeichnet das Papier einen Kursrückgang von 65 Prozent.

Mit einem aktuellen Kurs von 0,3144 Euro notiert der Wert weit unter seinem 200-Tage-Durchschnitt, von dem ihn derzeit ein Abstand von 53 Prozent trennt. Auch Berichte des SBU über angebliche Lieferungen verbundener Unternehmen nach Russland zwischen 2017 und 2022 tragen zur Verunsicherung bei.

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