Ferrexpo Aktie: 100-Millionen-Kapitalerhöhung bis September
Veröffentlicht am: 16.08.2026 um 03:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ferrexpo steht mit dem Rücken zur Wand. Dem ukrainischen Eisenerz-Produzenten geht Mitte September das Geld aus. Logistik-Blockaden und eine massive Steuerstrafe drohen den Konzern zu zerreißen.
Logistik am Abgrund
Anfang August stoppte Ferrexpo die Förderung in der Ukraine komplett. Zuvor hatte eine Drohne ein Schiff mit 55.000 Tonnen Pellets getroffen. Damit ist die wichtigste Exportroute über das Schwarze Meer blockiert.
Das Management will mit dem Produktionsstopp das verbliebene Kapital schützen. Aktuell bedient das Unternehmen europäische Kunden nur noch aus Beständen. Teure Ausweichwege per Bahn reichen für den Export nicht aus.
Im ersten Halbjahr 2026 brach die Produktion bereits um 36 Prozent ein. Insgesamt förderte das Unternehmen 1,385 Millionen Tonnen Pellets. Die jüngste Eskalation der Sicherheitslage macht einen normalen Betrieb nun unmöglich.
Milliarden-Forderung der Steuerfahnder
Parallel dazu fordert der ukrainische Fiskus rund 788 Millionen US-Dollar. Die Behörden werfen dem Konzern Verstöße gegen Devisenkontrollen vor. Ferrexpo bestreitet die Vorwürfe und wehrt sich juristisch gegen den Bescheid.
Die Summe übersteigt die Barreserven bei weitem. Ende April verfügte die Gruppe nur noch über 20 Millionen Dollar an Barmitteln. Ein Ende 2024 bestehendes Polster von 101 Millionen Dollar ist fast vollständig aufgebraucht.
Um kurzfristig Liquidität zu schaffen, verkaufte Ferrexpo zuletzt sein Transportschiff „Iron Destiny“. Der Erlös von 7,7 Millionen Dollar verschafft dem Unternehmen jedoch nur wenig Luft. Das finanzielle Fundament bleibt instabil.
Frist bis September
Nun plant der Vorstand eine Not-Kapitalerhöhung. Mindestens 100 Millionen Dollar sollen die Operationen für die nächsten 18 Monate sichern. Ohne diesen Erfolg droht Mitte September die Zahlungsunfähigkeit.
Der Handel der Aktie an der Londoner Börse ist bereits seit Mai ausgesetzt. Grund war der fehlende geprüfte Geschäftsbericht für das Jahr 2025. Das Papier notierte zuletzt bei rund 28,6 Pence.
Die Not-Kapitalerhöhung über 100 Millionen Dollar muss bis Mitte September stehen. Gelingt der Abschluss nicht, droht der sofortige Gang in die Insolvenz. Hinzu kommen 90 Millionen Dollar an einbehaltener Mehrwertsteuer, die der ukrainische Staat dem Unternehmen schuldet.
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