Fermi Aktie: Mietvertragsabschluss mit TensorWave verschoben
Veröffentlicht am: 04.10.2026 um 05:36 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Ungewissheit um den wichtigsten Großkunden belastet Fermi. Das Unternehmen und der Partner TensorWave haben das Abschlussdatum für den bedingten Mietvertrag über 222 Megawatt beim Vorzeigevorhaben Project Matador vom 30. September auf den 31. Oktober 2026 verschoben. Die Vereinbarung, die über eine Laufzeit von 15 Jahren erwartete Einnahmen von rund $6,5 Milliarden vorsieht, ist damit weiterhin nicht vollzogen.
Verzögerungen bei Finanzierung und Mietgarantie
Als Grund für den Aufschub nannte das Management zusätzlichen Zeitbedarf. Um die Abschlussbedingungen zu erfüllen, muss Fermi unter anderem eine Mietgarantie mit einer Gegenpartei mit Investment-Grade-Rating finalisieren und die Finanzierung auf Projektebene sicherstellen. Diese offenen Punkte lasten spürbar auf der Stimmung der Anleger.
Im Handel am Freitag notierte das Papier bei 3,58 Euro, womit der Wert seit Jahresanfang 45 % nachgegeben hat. Der Abstand zum 52-Wochen-Tief beträgt damit lediglich noch 1,1 %.
Während die vertragliche Absicherung auf sich warten lässt, treibt Fermi die technische Vorbereitung am Standort im Carson County im Bundesstaat Texas voran. Am 28. September bestimmte das Unternehmen die NAES Corporation für den Betrieb sowie die Instandhaltung der dortigen Erdgas-Erzeugungsflotte.
Wenige Tage zuvor, am 24. September, wurde CBRE als exklusiver Dienstleister für Betrieb und Wartung von Building One ausgewählt, dem ersten Rechenzentrum vor Ort. Bereits am 18. September trafen die ersten Anlagen zur Stromerzeugung auf dem Campus ein.
Rechtsstreit mit Ex-Chef und regulatorische Risiken
Parallel dazu schwelt auf Führungsebene ein Konflikt mit der Vergangenheit. Der texanische Wirtschaftshof wies am 17. September drei Anträge des ehemaligen CEO Toby Neugebauer auf einstweilige Verfügungen ab, die unter anderem Nominierungsfristen und Wahlregeln für das Direktorium betrafen. Neugebauer reichte am 21. September eine überarbeitete Klage gegen drei Direktoren von Fermi ein und wirft ihnen Verfehlungen bei der Unternehmensführung vor.
Ein anhängiger Genehmigungsantrag für zusätzliche Gaskraftwerkskapazitäten im Umfang von rund 5 Gigawatt bei Project Matador kann vorerst nicht wie geplant vorankommen. Bis Ende Oktober muss Fermi nun beweisen, dass die Finanzierung des Projekts trotz aller Hindernisse tragfähig bleibt.
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