Facc Aktie: 350 Millionen Euro bis 2030
Veröffentlicht am: 30.08.2026 um 15:14 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der oberösterreichische Luftfahrtzulieferer FACC hat die Weichen für einen umfassenden Kapazitätsausbau gestellt. Nachdem das Management bereits am 19. August die Umsatzprognose für das laufende Geschäftsjahr angehoben hatte, folgten am Donnerstag Details zu einer neuen Großinvestition.
Das Unternehmen plant den Bau eines weitgehend automatisierten Werks für Strukturbauteile am Standort St. Martin im Innkreis, um die steigende Nachfrage der großen Flugzeugbauer zu bedienen.
Massive Investitionen in oberösterreichischen Standort
Für das neue Werk in St. Martin im Innkreis nimmt FACC rund 120 Millionen Euro in die Hand. Medienberichten zufolge soll der Baustart bereits für Ende 2026 erfolgen, wobei die vollständige Inbetriebnahme für das Jahr 2028 vorgesehen ist.
Dieser Schritt ist Teil eines größeren Investitionsprogramms, in dessen Rahmen bis zum Jahr 2030 insgesamt rund 350 Millionen Euro in die weltweiten Standorte fließen sollen. Ziel ist es, die Produktionskapazitäten für die Hochlaufphasen der Partner Airbus und Boeing abzusichern.
Parallel zur lokalen Erweiterung baut FACC auch seine internationalen Partnerschaften aus. Am Mittwoch wurde bekannt, dass das Unternehmen ein zweites Arbeitspaket für Airbus-Composite-Komponenten an den indischen Partner Kineco Aerospace vergeben hat. Der Auftrag umfasst mehrere tausend Teile pro Jahr, wobei der Serienhochlauf für Ende 2027 geplant ist.
Starke Halbjahreszahlen treiben die Prognose nach oben
Die Investitionsoffensive wird durch eine solide operative Entwicklung gestützt. Am 19. August legte FACC die Zahlen für das erste Halbjahr 2026 vor. Der Konzernumsatz kletterte um 8,6 Prozent auf 526,3 Millionen Euro. Das operative EBIT stieg im selben Zeitraum überproportional um 37,9 Prozent auf 25,3 Millionen Euro.
Maßgeblich für diese Entwicklung war laut Unternehmensangaben das 2024 gestartete Effizienzprogramm „CORE“, welches die EBIT-Marge von 3,8 Prozent im Vorjahr auf nun 4,8 Prozent verbesserte.
Aufgrund dieser Dynamik hob das Management die Erwartungen für das Gesamtjahr an. Beim Umsatz wird nun ein Wachstum zwischen 10 und 15 Prozent angestrebt, nachdem zuvor lediglich 5 bis 15 Prozent in Aussicht gestellt worden waren.
Die Zielsetzung für die EBIT-Marge wurde auf eine Spanne von 5,25 bis 6,25 Prozent konkretisiert. Auch die Bilanzstruktur verbesserte sich deutlich: Die Nettoverschuldung sank auf 182,7 Millionen Euro, während der Free Cashflow um 54 Prozent auf 48,9 Millionen Euro zulegte.
Analysten sehen weiteres Potenzial für den Luftfahrtzulieferer
Die positiven Signale aus der Konzernzentrale stießen bei Analysten auf Zustimmung. Die Experten der Erste Group hoben am Mittwoch ihr Kursziel für FACC von 18,70 Euro auf 19,50 Euro an und bestätigten die Einstufung auf „Buy“. Zur Begründung verwiesen sie auf die angehobene Prognose sowie die robusten Produktionsraten bei Flugzeugkomponenten.
Zuvor hatte bereits das Analysehaus Oddo BHF am Dienstag das Kursziel von 16,00 Euro auf 17,70 Euro nach oben korrigiert und ebenfalls eine Kaufempfehlung ausgesprochen, wobei das zweistellige organische Wachstumsprofil hervorgehoben wurde.
An der Börse spiegelte sich der Optimismus zuletzt in einer deutlichen Aufwärtsbewegung wider. Zum Handelsschluss am Freitag notierte die Aktie bei 16,66 Euro. Seit Jahresbeginn verbuchte der Titel bereits einen Wertzuwachs von 46 Prozent. Der aktuelle Kurs liegt damit rund 18 Prozent über dem gleitenden Durchschnitt der vergangenen 200 Tage, was den langfristig positiven Trend der Aktie untermauert.
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