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Evonik Aktie: Neubaur lehnt BASF-Übernahme ab

Veröffentlicht am: 14.10.2026 um 15:35 Uhr | Redaktion boerse-global.de

NRW-Ministerin Neubaur widerspricht einer BASF-Übernahme; mögliche Gespräche über ein höheres Angebot bleiben offen.

Isometrische 3D-Illustration der Spezialchemie-Wertschöpfungskette von Rohstoff bis globale Distribution
Evonik Industries DE000EVNK013 als isometrisches 3D-Diagramm der Spezialchemie-Wertschöpfungskette von Rohstoff bis Vertrieb Illustration mit AI erstellt.

Der nordrhein-westfälische Landtag hat sich heute mit dem Übernahmeinteresse von BASF an Evonik befasst. Wirtschaftsministerin Mona Neubaur stellte sich im Düsseldorfer Plenum gegen einen Zusammenschluss der beiden Chemiekonzerne.

Zugleich erteilte sie Forderungen nach einer direkten Beteiligung des Landes Nordrhein-Westfalen eine klare Absage. Die Aktie von Evonik notiert heute bei 21,40 Euro und hält sich damit in Reichweite des 52-Wochen-Hochs von 21,84 Euro.

Politischer Widerstand und Debatte um Landesanteile

Wirtschaftsministerin Mona Neubaur betonte in der Debatte, die Landesregierung wolle die bestehenden Arbeitsplätze sowie zentrale Unternehmensfunktionen in Nordrhein-Westfalen sichern. Bei Evonik sind im Bundesland mehr als 11.000 Beschäftigte tätig. Ein Verkauf an BASF berge aus Sicht der Landespolitik Risiken für den Chemiestandort.

Die oppositionelle SPD forderte im Landtag verbindliche Beschäftigungs- und Standortgarantien sowie feste Investitionszusagen für die heimischen Werke. SPD-Fraktionschef Jochen Ott brachte für den Fall ausbleibender Zusicherungen einen staatlichen Anteilskauf ins Gespräch. Gemeinsam mit der RAG-Stiftung, die derzeit 43 Prozent an Evonik hält, sollte so eine Kontrollmehrheit gebildet werden.

Die Regierungskoalition wies diese Pläne zurück. Neben der Wirtschaftsministerin lehnte auch die CDU einen Staatseinstieg ab. CDU-Politiker Björn Franken betonte im Parlament, dass bislang keine verbindliche Offerte von BASF vorliege. FDP-Fraktionschef Henning Höne verwies darauf, dass vor allem die Sicherung von Wertschöpfung und Standorten im Fokus stehen müsse.

Diskussionen über Konditionen und Zugeständnisse

Hintergrund der parlamentarischen Auseinandersetzung ist der Übernahmeversuch von BASF.

Laut einer mit der Angelegenheit vertrauten Person signalisiert BASF nun Bereitschaft, nach einem Einblick in die Bücher über ein höheres Angebot zu sprechen. Offizielle Gespräche zwischen beiden Unternehmen finden derzeit allerdings nicht statt, und der Ausgang der Sondierungen gilt als offen.

BASF prüft Medienberichten zufolge auch die Verkaufspläne von Evonik für die Geschäftsbereiche Oxeno und Syneqt. Zugleich stellte der Ludwigshafener Konzern in Aussicht, bestehende Standort- und Beschäftigungsvereinbarungen einzuhalten. Bei Evonik sind betriebsbedingte Kündigungen in Deutschland bis 2032 vertraglich ausgeschlossen.

Schutzmaßnahmen auf europäischer Ebene

Neben den Übernahmespekulationen rückt die europäische Handelspolitik in den Mittelpunkt. Beim am morgigen Donnerstag beginnenden Gipfeltreffen der europäischen Staats- und Regierungschefs in Brüssel stehen mögliche Schutzmaßnahmen gegen Importe auf der Tagesordnung.

Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg dringt die Bundesregierung auf europäische Maßnahmen gegen Billigimporte aus China, die unter anderem die Bereiche Chemie, Maschinenbau und Pharma betreffen. Eine handelspolitische Flankierung könnte den anhaltenden Margendruck in der europäischen Grundstoff- und Spezialchemie abmildern und den Branchenakteuren zusätzlichen Spielraum verschaffen.

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