Evonik, Aktie

Evonik Aktie: Morgan Stanley stuft herab

Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 09:35 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Evonik hebt das EBITDA-Ziel für 2026 an, während Morgan Stanley das Kursziel senkt und die Lage im Methionin-Geschäft belastet bleibt.

Fotorealistisches Luftbild eines Spezialchemiewerks mit Destillationstürmen bei Sonnenuntergang
Evonik Industries DE000EVNK013 zeigt ein fotorealistisches Luftbild eines großen Spezialchemiewerks bei Abenddämmerung Illustration mit AI erstellt.

Die Aktie von Evonik verzeichnet am heutigen Dienstag ein Kursplus von 3,2 Prozent auf 17,97 Euro. Trotz dieses Zuwachses trüben sich die Aussichten in einzelnen Kernbereichen ein, nachdem jüngste Analystenkommentare die veränderten Marktbedingungen im Spezialchemiebereich hervorgehoben haben.

Analysten dämpfen die Erwartungen

Am 15. September stufte das Analysehaus Morgan Stanley die Aktie von Evonik von „Overweight“ auf „Equal-weight“ herab. Parallel dazu reduzierte die Bank das Kursziel von 21 auf 18 Euro. Analystin Lisa De Neve begründete diesen Schritt mit verschlechterten Perspektiven im margenstarken Tierfuttergeschäft rund um die Aminosäure Methionin.

Die Zurückhaltung unter den Marktbeobachtern spiegelt sich auch bei weiteren Instituten wider. Bereits am 11. September hielt JPMorgan an einer Verkaufsempfehlung für die Papiere fest. Als maßgeblichen Belastungsfaktor führten die Experten steigende Energiekosten an, die auf die Margen der europäischen Chemieproduktion drücken.

Standortanpassungen und strategischer Fokus

Auf die veränderten Rahmenbedingungen reagiert der Konzern mit strukturellen Maßnahmen im Heimatmarkt. Wie das Unternehmen am 11. September mitteilte, plant Evonik die Schließung zweier kleinerer Standorte in Hamburg und Bitterfeld im kommenden Jahr. Dieser Schritt zielt darauf ab, die Kostenstrukturen zu verschlanken und die Produktion effizienter aufzustellen.

Gleichzeitig zeigen sich in anderen Sparten robuste Tendenzen. So profitiert der Bereich Advanced Technologies davon, dass asiatische Konkurrenten mit Engpässen bei Rohstoffen zu kämpfen haben. Diese Entwicklung stützt die operative Auslastung in ausgewählten Produktlinien abseits der klassischen Basischemie.

Operativer Ausblick auf das Gesamtjahr

Trotz der jüngsten Skepsis hinsichtlich des Tierfuttermarktes blickt Evonik auf ein insgesamt erholtes Geschäftsjahr zurück.

Für 2026 peilt Evonik nun ein bereinigtes Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen in einer Spanne von 2,0 bis 2,2 Milliarden Euro an.

Zuvor war das Management lediglich von 1,7 bis 2,0 Milliarden Euro ausgegangen. Seit Jahresbeginn verbucht das Papier an der Börse einen Wertzuwachs von 35 Prozent, wodurch die künftige Entwicklung im Methionin-Geschäft für Marktteilnehmer weiter im Fokus bleibt.

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