Evonik, Aktie

Evonik Aktie: DZ Bank hebt auf Buy und 21 Euro

Veröffentlicht am: 30.07.2026 um 20:27 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Evonik hebt Jahresprognose nach starkem Quartal an und treibt Stellenabbau sowie US-Investitionen voran. Analysten reagieren positiv.

Evonik vor Quartalszahlen: Prognose angehoben, Aktie im Aufwind
Modernes, professionelles Laborinterieur mit positiver Lichtstimmung als Symbol für Wachstum im Chemiesektor. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Evonik zeigt sich kurz vor der Vorlage der vollständigen Quartalszahlen in einer robusten Verfassung. Der Essener Spezialchemiekonzern profitiert von einer starken operativen Entwicklung, die bereits Ende Juni zu einer deutlichen Anhebung der Jahresprognose führte. Während der Markt auf die detaillierten Ergebnisse für das zweite Quartal wartet, untermauern strategische Investitionen in den USA und ein verschärftes Sparprogramm die mittelfristigen Ambitionen des Unternehmens.

Operative Stärke führt zu Guidance-Anhebung

Die Grundlage für den jüngsten Kursaufschwung bildete die am 26. Juni verkündete Anhebung der Ziele für das Geschäftsjahr 2026. Evonik erwartet nun ein bereinigtes EBITDA zwischen 2,0 Milliarden Euro und 2,2 Milliarden Euro. Zuvor lag die Spanne bei 1,7 Milliarden Euro bis 2,0 Milliarden Euro. Medienberichten zufolge übertrafen bereits die vorläufigen Zahlen für das zweite Quartal die Erwartungen des Marktes deutlich. Mit einem bereinigten EBITDA zwischen 600 Millionen Euro und 650 Millionen Euro lag das Ergebnis spürbar über dem Vorjahreswert von 509 Millionen Euro sowie über der Konsensschätzung von etwa 567 Millionen Euro.

Aktuell notiert die Aktie bei 17,53 Euro, was einem Plus von 1,15 % am heutigen Handelstag entspricht. Damit setzt das Papier seine positive Tendenz fort, die sich in einer Entwicklung seit Jahresanfang (YTD) von 31,21 % widerspiegelt. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch liegt derzeit bei minus 3,84 %.

Transformation und Kostendisziplin im Fokus

Um die Rentabilität nachhaltig zu sichern, treibt der Konzern sein Transformationsprogramm „Evonik Tailor Made“ voran. Wie das Unternehmen Ende Juni bestätigte, ist ein Abbau von insgesamt 2.800 Stellen bis zum Ende des laufenden Jahres 2026 vorgesehen. In einer zweiten Phase zwischen 2027 und 2029 sollen weitere 3.200 Stellen wegfallen. Ziel dieser Maßnahmen ist eine grundlegende Verbesserung der Kostenstruktur.

Parallel dazu richtet Evonik sein Produktionsnetzwerk global neu aus. Am US-Standort Mobile in Alabama wurde am 16. Juli die Rückwärtsintegration für das Produkt MetAMINO (DL-Methionin) abgeschlossen. Dieser Schritt soll die Kosteneffizienz in der Produktion von Futtermittelzusätzen steigern. Zudem gab der Konzern am 8. Juli eine Investitionszusage über 100 Millionen US-Dollar für die kommenden fünf Jahre am Standort Tippecanoe in Lafayette bekannt. Diese Mittel fließen in die Modernisierung der Anlagen für pharmazeutische Wirkstoffe, um das Geschäft als Auftragshersteller (CDMO) zu stärken.

Analystenlob und politische Debatten

Die verbesserte operative Lage rief auch die Analysten auf den Plan. Die DZ Bank stufte den Titel am vergangenen Freitag von „Hold“ auf „Buy“ hoch. Das neue Kursziel wird nun bei 21,00 Euro gesehen, nachdem es zuvor 19,00 Euro betragen hatte. Die Experten verwiesen dabei auf die jüngste Prognoseerhöhung und das daraus resultierende Aufwärtspotenzial für den Wert.

Abseits der Bilanzzahlen mischte sich Vorstandschef Christian Kullmann zuletzt in die energiepolitische Debatte ein. Laut dpa-AFX äußerte er am Mittwoch vergangener Woche öffentlich Zweifel an der Realisierbarkeit eines auf das Jahr 2030 vorgezogenen Kohleausstiegs. Er warnte vor einem Ausstieg ohne ausreichende Ersatzkapazitäten, was die SPD in Nordrhein-Westfalen dazu veranlasste, die Offenlegung entsprechender Unterlagen zu fordern.

Für Anleger rückt nun der kommende Dienstag in den Fokus. Am 4. August wird Evonik den vollständigen Bericht zum zweiten Quartal veröffentlichen. Bereits einen Tag später, am 5. August, plant das Management eine Roadshow in Frankfurt am Main, um die Ergebnisse vor Investoren zu erläutern. In diesem Zusammenhang ist auch eine Insider-Transaktion aus dem Juni bemerkenswert: Vorstandsmitglied Lauren Kjeldsen hatte Anfang Juni 6.329 Aktien zu einem Durchschnittskurs von 15,80 Euro erworben.

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