Evonik, Aktie

Evonik Aktie: BASF knüpft Nachgebot an Bucheinsicht

Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 12:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de
BASF prüft Evoniks Bücher als Voraussetzung für ein mögliches höheres Gebot; eine neue Offerte oder Gespräche sind nicht bestätigt.
Evonik Industries DE000EVNK013 als isometrisches 3D-Diagramm der Spezialchemie-Wertschöpfungskette von Rohstoff bis Vertrieb Illustration mit AI erstellt.

Ein höheres BASF-Angebot für Evonik bleibt eine Möglichkeit, keine bestätigte Offerte. Weder ein höheres Gebot noch eine Wiederaufnahme der Gespräche ist bestätigt. Für Anleger zählt damit vor allem die Unterscheidung zwischen möglichem Verhandlungsspielraum und einem tatsächlich vorliegenden Angebot.

Bucheinsicht als Voraussetzung

Die berichtete Bereitschaft zu einem höheren Angebot ist an eine Bedingung geknüpft. BASF will zunächst Evoniks Bücher prüfen. Aus dieser Bereitschaft allein lässt sich deshalb weder ein neuer Angebotspreis noch ein erfolgreicher Fortgang der Übernahmepläne ableiten.

Die mögliche Nachbesserung ist somit kein eigenständiges Kaufversprechen. Entscheidend wäre, ob aus der berichteten Prüfung konkrete Verhandlungen und schließlich ein verbindliches Angebot entstehen. Bis dahin bleibt die Übernahmefantasie von Vorbehalten geprägt.

Die Evonik-Aktie notiert bei 21,02 €. Dieser Kurs ist kein Beleg dafür, welchen Preis BASF nach einer möglichen Prüfung der Bücher tatsächlich bieten würde. Die Bewertung am Aktienmarkt und die Konditionen einer möglichen Übernahme sind getrennt zu betrachten.

Streit um die Finanzierung

Zusätzliche Brisanz erhielt die Debatte am Freitag durch Äußerungen von IG-BCE-Chef Michael Vassiliadis. Er sprach von „problematischen Finanzierungsthemen“ bei Evonik. Laut Handelsblatt wies Evonik diese Aussage entschieden zurück und verwies auf jüngst verbesserte Kreditratings.

Damit stehen sich eine gewerkschaftliche Warnung und die ausdrückliche Zurückweisung des Unternehmens gegenüber. Die Aussage von Vassiliadis darf deshalb nicht als festgestelltes Finanzierungsproblem gelten. Ebenso wenig beantwortet Evoniks Verweis auf die Kreditratings die Frage nach den Bedingungen einer möglichen BASF-Offerte.

Für die Einordnung ist diese Trennung wesentlich: Die Diskussion über Evoniks Finanzierung und die Forderung nach Bucheinsicht betreffen unterschiedliche Aussagen verschiedener Beteiligter.

Beschäftigung und Politik erhöhen den Druck

Am Samstag berichteten Medien über wachsende Sorgen um Arbeitsplätze im Zusammenhang mit der möglichen Übernahme. Die Debatte reicht damit über den Angebotspreis hinaus.

Bereits am 14. Oktober hatte sich Wirtschaftsministerin Mona Neubaur gegen eine Übernahme durch BASF ausgesprochen. Der CDU-Abgeordnete Björn Franken erklärte im NRW-Landtag, eine verbindliche Übernahmeofferte liege bisher nicht vor.

Für Evonik-Anleger bleibt die zentrale Grenze damit klar: Politische Positionen, Beschäftigungssorgen und berichtete Preisüberlegungen ersetzen keine bestätigte Transaktion. Der jüngste Bericht eröffnet eine Perspektive auf weitere Verhandlungen, bestätigt deren Wiederaufnahme aber ausdrücklich nicht.

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