Evonik Aktie: BASF erwägt Übernahme
Veröffentlicht am: 27.09.2026 um 14:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Chemiekonzern BASF erwägt eine Übernahme des Essener Konkurrenten Evonik. Ein solcher Schritt brächte zwei der größten Akteure des Sektors zusammen: BASF als weltweit führenden Chemiekonzern und Evonik als zweitgrößten Branchenvertreter in Deutschland.
An den Finanzmärkten sorgten die Überlegungen vor dem Wochenende bereits für deutliche Kursausschläge, sodass das Papier von Evonik am Freitag um 7,9 Prozent auf 19,44 Euro anzog.
Ein Zusammenschluss dieser Dimension würde zu den historisch größten Transaktionen innerhalb der deutschen Industrie zählen. Beide Unternehmen stehen jedoch seit geraumer Zeit unter erheblichem wirtschaftlichem Druck. Sowohl BASF als auch Evonik stecken in einer tiefgreifenden Krise und haben Sparprogramme aufgelegt, in deren Rahmen jeweils tausende Arbeitsplätze abgebaut werden.
Strategische Logik im Schatten der Restrukturierung
Das Handelsblatt bewertete die Übernahmeüberlegungen heute als einen folgerichtigen Schritt für den Standort. Die europäische Chemieindustrie müsse ihre Konsolidierung eigenständig vorantreiben, um nicht Übernahmen durch US-amerikanische oder arabische Konkurrenten zu weichen. Trotz der eigenen Sparpolitik verfolge BASF mit dem Vorstoß eine doppelte strategische Logik und nutze die gegenwärtige Schwächephase der Essener gezielt aus.
Bei Evonik trifft das Interesse auf eine heikle personelle Lage. Evonik-Chef Christian Kullmann hatte zwar noch im Frühjahr öffentlich eine Konsolidierung der europäischen Chemiebranche prognostiziert. Während BASF weltweit auf rund 95.000 Mitarbeiter kommt, ist das Essener Spezialchemieunternehmen deutlich kleiner.
Rolle der RAG-Stiftung und offene Hürden
Für einen möglichen Deal gilt die RAG-Stiftung als zentraler Akteur. Medienberichten zufolge stehen Gespräche über die Rolle des Großaktionärs im Raum, ohne dass bislang belastbare Details zu einem offiziellen Angebot oder konkreten Verhandlungen öffentlich bekannt sind.
Mit einer Marktkapitalisierung von 8,45 Milliarden Euro stellt eine Übernahme von Evonik auch für die Ludwigshafener ein beträchtliches finanzielles Vorhaben dar. Weder ein formelles Angebot noch die konkrete Strukturierung eines solchen Milliardendeals wurden bislang von den beteiligten Konzernen bestätigt.
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