Evonik, Aktie

Evonik Aktie: BASF-Angebot bei 22,15 Euro zurückgewiesen

Veröffentlicht am: 04.10.2026 um 17:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Ein BASF-Angebot über rund 22,15 Euro je Aktie wurde laut Bericht als zu niedrig bewertet; Evonik setzt zugleich den Stellenabbau fort.

Isometrische 3D-Illustration der Spezialchemie-Wertschöpfungskette von Rohstoff bis globale Distribution
Evonik Industries DE000EVNK013 als isometrisches 3D-Diagramm der Spezialchemie-Wertschöpfungskette von Rohstoff bis Vertrieb Illustration mit AI erstellt.

Die Aktie des Spezialchemiekonzerns Evonik bewegt sich nach ereignisreichen Tagen auf einem erhöhten Kursniveau. Am Freitag ging das Papier bei 20,66 Euro aus dem Handel. Damit liegt die Notierung nur knapp unter dem 52-Wochen-Hoch von 20,74 Euro, zu dem ein Abstand von 0,4 Prozent besteht. Seit Jahresanfang verzeichnet der Titel ein Plus von 55 Prozent.

Die jüngste Entwicklung spiegelt eine veränderte Gemengelage wider. Neben unternehmenseigenen Umbauplänen sorgt vor allem das Interesse aus der Branche für Bewegung. Anleger bewerten die strategische Neuausrichtung in Verbindung mit möglichen Konsolidierungsschritten im Chemiesektor aufmerksam.

Analystenlob nach Übernahmespekulationen

Für zusätzlichen Rückenwind sorgte eine Einschätzung der DZ BANK.

Vorausgegangen waren Berichte über Avancen des Ludwigshafener Rivalen BASF. Laut der Nachrichtenagentur Reuters wies Evonik ein Übernahmeangebot von BASF über rund 22,15 Euro je Aktie als zu niedrig zurück. Der Bericht stützte sich auf zwei eingeweihte Personen. Evonik lehnte eine Stellungnahme dazu ab, während sich BASF nicht zu dem genannten Preis äußerte.

Die BASF-Übernahmeannäherung an Evonik vor gut einer Woche hatte den Kurs bereits deutlich angetrieben. Evonik bestätigte damals den Eingang eines unverbindlichen Angebots für ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot für sämtliche Aktien.

Das Unternehmen betonte zugleich, dass derzeit keine Gespräche stattfinden. BASF bestätigte Sondierungen mit Evonik und der RAG-Stiftung, bezeichnete Fortgang und Ausgang der Gespräche jedoch als offen. Auch die RAG-Stiftung bestätigte die Kontaktaufnahme durch BASF.

Sparprogramm soll Kostenbasis senken

Parallel zu den Fusionsfantasien treibt der Konzern seine operative Transformation voran. Evonik baut weltweit Stellen ab, wie das Management im Rahmen seiner geschärften Wachstumsstrategie vor rund zwei Wochen ankündigte. Das Programm „Evonik Tailor Made“ geht damit für die Jahre 2027 bis 2029 in seine zweite Umsetzungsphase.

Weltweit fallen im Zuge des Programms 3.200 Stellen weg. Rund 2.150 Arbeitsplätze entfallen davon auf Deutschland. Das Unternehmen richtet seine deutschen Standorte sowie die einzelnen Geschäftsbereiche neu aus. Zugleich prüft Evonik weitere Investitionen in den Regionen Asien und Amerika.

Mit diesen Einschnitten reagiert der Konzern auf das anspruchsvolle Marktumfeld in der chemischen Industrie. Ziel des Vorhabens bleibt eine schlankere Kostenstruktur. Ob Evonik diesen Weg eigenständig zu Ende geht oder sich die Eigentümerstruktur durch externe Angebote weiter verändert, entscheidet sich in den kommenden Monaten.

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