Evonik Aktie: 3.200 Arbeitsplätze bis 2029 gestrichen
Veröffentlicht am: 28.09.2026 um 14:24 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Chemiebranche blickt gespannt auf ein mögliches deutsches Großabkommen. Am heutigen Montag notiert das Papier von Evonik bei 19,23 Euro und verliert 1,1 Prozent.
Ob es tatsächlich zu einem förmlichen öffentlichen Angebot kommt, bleibt zum jetzigen Zeitpunkt offen. Für die Anteilseigner wirft die Annäherung grundlegende Fragen zur Bewertung auf.
JPMorgan bleibt bei skeptischer Haltung
Analyst Chetan Udeshi von der US-Bank JPMorgan untersuchte heute die strategische und finanzielle Logik eines Zusammenschlusses. Das Institut beließ seine Einstufung für Evonik auf „Underweight“ mit einem Kursziel von 14 Euro. Damit sieht das Bankhaus das Papier fundamental deutlich unter dem aktuellen Niveau.
Die Marktreaktion der vergangenen Tage spiegelt erhebliche Übernahmehoffnungen wider. Damit treffen die Erwartungen der Anleger direkt auf die Skepsis der Analysten.
Weitreichender Konzernumbau läuft parallel
Unabhängig von den Sondierungen treibt der Essener Spezialchemiekonzern ein massives Sparprogramm voran. Das Unternehmen kündigte am 22. September den weltweiten Abbau von 3.200 Arbeitsplätzen bis 2029 an. In Deutschland sind davon 2.150 Stellen betroffen.
Dieser Schritt erfolgt zusätzlich zu dem bereits laufenden Programm mit dem Namen „Evonik Tailor Made“. Jenes Vorhaben umfasst bis Ende 2026 die Streichung von 2.800 Stellen. Das Management reagiert mit dem Sparkurs auf anhaltenden Kostendruck und schwierige Rahmenbedingungen im Chemiegeschäft.
Der Konzernumbau zieht bereits sichtbare Konsequenzen für die Produktionsstruktur nach sich. Neben dem Personalabbau trennt sich das Unternehmen von einzelnen Geschäftszweigen und gibt kleinere Betriebsteile auf. Dadurch sollen Verwaltungskosten sinken und Kernbereiche gestärkt werden.
Produktionsnetzwerk wird gestrafft
Konkret beendet Evonik das Polyestergeschäft bis 2027 und schließt den Standort Witten mit 266 Beschäftigten. Diesen Schritt meldete das Unternehmen vor wenigen Tagen. Das Werk stand wie andere kleinere Einheiten auf dem Prüfstand der Konzernführung.
Bereits am 11. September kündigte das Management die Aufgabe zweier kleiner Standorte für das Jahr 2027 an. Betroffen sind Hamburg mit 50 Beschäftigten sowie das Werk in Bitterfeld. Die Versorgung übernehmen künftig größere Standorte in Essen und Rheinfelden.
In Hamburg fertigt der Konzern Produkte für Kosmetik und Pflege, während in Bitterfeld Chlorsilane hergestellt werden. Mit der Bündelung in Essen und Rheinfelden will Evonik Überkapazitäten abbauen. Das Zusammentreffen von Sanierung und Übernahmesondierung stellt die Weichen für die Zukunft des Spezialchemikers neu.
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