Evonik Aktie: 2.800 Stellen bis 2026 gestrichen
Veröffentlicht am: 02.08.2026 um 21:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Evonik liefert. Nach starken Vorabzahlen im Juni wartet die Börse nun auf das volle Bild für das zweite Quartal. Der MDAX-Konzern profitiert momentan von einer seltenen Glückssträhne auf dem Weltmarkt.
Das operative Ergebnis für das zweite Quartal soll zwischen 600 und 650 Millionen Euro liegen. Das Management übertrifft damit den ursprünglichen Analystenkonsens von rund 567 Millionen Euro deutlich.
Im Vorjahreszeitraum standen lediglich 509 Millionen Euro in den Büchern. Die operative Erholung gewinnt also massiv an Fahrt.
Rückenwind aus Fernost
Indes profitiert Evonik von der Schwäche der Konkurrenz. Lieferengpässe asiatischer Wettbewerber spielten dem Segment Advanced Technologies zuletzt in die Karten. Stabilere Preise und höhere Absatzmengen stützten das Geschäft zusätzlich. Das Management hob deshalb das Jahresziel für das operative Ergebnis auf bis zu 2,2 Milliarden Euro an.
Parallel dazu treibt die Konzernführung das Sparprogramm „Tailor Made“ voran. Bis Ende 2026 fallen rund 2.800 Stellen weg. Der Konzern will sich künftig komplett auf die Spezialchemie konzentrieren.
Dazu gehört auch die Trennung von alten Lasten. Der Ausstieg aus dem globalen Polyester-Geschäft steht fest und soll bis 2027 abgeschlossen sein. Marktbeobachter prüfen nun, wie nachhaltig die Einsparungen die Profitabilität absichern können. Ein Ende der Lieferketten-Probleme in Asien könnte den aktuellen Vorteil nämlich wieder schrumpfen lassen.
Fokus auf den Cashflow
Im Fokus steht in den nächsten Tagen die Cash-Entwicklung. Für das zweite Quartal rechnen Experten mit einem deutlichen Sprung beim Free Cash Flow. Im Vorjahr war dieser Wert mit minus 211 Millionen Euro noch tiefrot.
Die Börse bewertet die Fortschritte bisher positiv. Die Aktie legte seit Jahresbeginn um rund 31 Prozent zu und schloss am Freitag bei 17,50 Euro.
In der kommenden Woche wird es konkret. Die Konzernführung strebt für das Gesamtjahr eine Cash Conversion Rate von 40 Prozent an. Bestätigt der vollständige Bericht diesen Trend, könnte das Papier sein bisheriges Jahreshoch bei 18,23 Euro bald testen.
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