Evolution Aktie: Citi senkt Schätzungen wegen Brasilien
Veröffentlicht am: 25.10.2026 um 09:58 Uhr | Redaktion boerse-global.deEvolution hält an seiner Jahresprognose für die Marge fest, während Citi wegen der Unsicherheit in Brasilien die Gewinnschätzungen senkt. Wie iGamingWorld gestern berichtete, bestätigte Konzernchef Martin Carlesund den unveränderten Ausblick. Für Anleger liegt darin die zentrale Frage nach den Quartalszahlen: Reicht die Rückkehr zum Umsatzwachstum, um die Belastungen des Geschäfts aufzufangen?
Wachstum kehrt zurück, Gewinn sinkt
Die am Freitag veröffentlichten Zahlen zeigen eine Erholung beim Umsatz. Im dritten Quartal 2026 stiegen die Erlöse gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3,7% auf 526,1 Millionen Euro. Damit endete eine Serie von vier Quartalen mit rückläufigen Umsätzen im Jahresvergleich.
Die operative Entwicklung blieb allerdings hinter dem Umsatzwachstum zurück. Das Geschäft legte wieder zu, ohne dass sich dies gleichermaßen im Ergebnis niederschlug.
Das bereinigte EBITDA erreichte 345,9 Millionen Euro und lag damit 2,7% über dem Vorjahr. Die zugehörige Marge betrug 65,8%.
Die Unterscheidung zwischen bereinigtem und ausgewiesenem Ergebnis ist dabei wichtig. Evolution rechnete Sonderbelastungen heraus, die den berichteten Gewinn belasteten.
Dazu gehörten 5,6 Millionen Euro für einen Vergleich mit der UK Gambling Commission und 6,5 Millionen Euro im Zusammenhang mit dem Abbruch der Galaxy-Transaktion. Der Nettogewinn sank auf 243,3 Millionen Euro.
Citi rechnet vorsichtiger als das Unternehmen
Citi bewertete die Quartalszahlen am Freitag als erwartungsgemäß und bestätigte die neutrale Einstufung. Das Kursziel blieb bei 820 SEK. Die Analysten änderten damit nicht ihre grundsätzliche Bewertung, wohl aber die Annahmen für das kommende Geschäft.
Für 2026 und 2027 reduzierte Citi die Umsatzprognosen um 0,4% beziehungsweise 0,9%. Ausschlaggebend war die Unsicherheit über die weitere Entwicklung in Brasilien.
Diese Vorsicht betrifft nicht allein die Erlösseite. Citi berücksichtigt auch, dass eine längere Unterbrechung des brasilianischen Geschäfts die Ergebnisentwicklung belasten könnte.
Die EBITDA-Schätzungen für 2026 und 2027 senkte das Analysehaus um 0,8% beziehungsweise 1,3%. Das dortige Studio könnte nach Einschätzung der Analysten bis ins erste Quartal 2027 geschlossen bleiben.
Damit entsteht eine erkennbare Differenz zwischen Unternehmensziel und Analystenerwartung. Evolution hält am Ausblick fest, Citi kalkuliert etwas zurückhaltender.
Für 2026 erwartet das Haus eine bereinigte EBITDA-Marge von 65,7%. Das liegt leicht unter Evolutions Ziel von rund 66%.
Brasilien-Risiko steckt noch nicht im Quartal
Das vor rund einem Monat angekündigte brasilianische Wettverbot bildet den Hintergrund dieser Schätzungskorrekturen. Evolutions Studio in São Paulo ist vorübergehend geschlossen. Der Oberste Bundesgerichtshof soll über die Verfassungsmäßigkeit entscheiden. Bei einem positiven Ausgang könnte das Studio nach Carlesunds Aussage kurzfristig wieder öffnen.
Die jüngsten Wachstumszahlen bilden diese Belastung noch nicht ab. Der Lateinamerika-Umsatz stieg im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 23,1%. Brasilien machte laut Unternehmen deutlich weniger als die Hälfte der regionalen Erlöse aus.
Das begrenzt die unmittelbare Bedeutung Brasiliens innerhalb der Region, beseitigt aber nicht die Unsicherheit über die Dauer der Schließung. Eine mögliche Wiedereröffnung bleibt an die regulatorische Entscheidung gebunden.
Auch außerhalb Brasiliens ist die Erholung noch nicht einheitlich. Europas Umsatz lag im dritten Quartal 4,7% unter dem Vorjahreswert, obwohl er gegenüber dem Vorquartal um 0,4% zunahm.
Für Anleger ist deshalb nicht allein die Rückkehr zum Wachstum entscheidend. Die nächsten Ergebnisse müssen zeigen, ob Evolution die unveränderte Margenprognose trotz der Geschäftspause in Brasilien und der weiterhin schwächeren europäischen Erlöse erreichen kann. Citi hat dafür bereits einen vorsichtigeren Maßstab gesetzt.
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