EVN, Aktie

EVN Aktie: Plant Großspeicher an Kraftwerksstandorten

Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 22:11 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der Versorger setzt auf Netze, erneuerbare Energien und Speicher und strebt bis 2030 ein EBITDA von 1,2 Milliarden Euro an.

EVN plant bis 2030 jährliche Investitionen von rund einer Milliarde Euro
Moderne großtechnische Energiespeicher an einem Industriestandort im Dämmerlicht. Illustration mit AI erstellt.

Der niederösterreichische Energieversorger EVN schaltet bei seinen mittelfristigen Ausbauplänen einen Gang höher. Auf seinem heutigen Capital Markets Day kündigte das Unternehmen an, bis 2030 jährlich rund eine Milliarde Euro zu investieren.

Im Mittelpunkt der Strategie stehen der Ausbau der Netzinfrastruktur, erneuerbare Energien, Speicherlösungen, die E-Ladeinfrastruktur sowie die Digitalisierung. An der Börse reagierten die Anleger verhalten: Die EVN-Aktie verzeichnete heute ein Minus von 0,9 Prozent auf 28,85 Euro.

Höhere Ertragsziele und steigende Ausschüttungen

Mit der massiven Investitionsoffensive verbindet der Vorstand ehrgeizige finanzielle Ziele für das Ende des Jahrzehnts. Für das Jahr 2030 peilt EVN ein operatives Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 1,2 Milliarden Euro an.

Zum Vergleich: Im Geschäftsjahr 2024/25 lag dieser Wert noch bei 909 Millionen Euro. Der Konzerngewinn soll bis 2030 auf 500 Millionen Euro klettern, nachdem im Geschäftsjahr 2024/25 ein Überschuss von 437 Millionen Euro erzielt worden war.

Auch für die Aktionäre stellt das Management wachsende Erträge in Aussicht. Bis zum Geschäftsjahr 2029/30 soll die Dividende auf mindestens 1,10 Euro je Aktie steigen. Für das laufende Geschäftsjahr 2025/26 stellt das Unternehmen einen Konzerngewinn zwischen 470 und 490 Millionen Euro in Aussicht.

Die Ausschüttung für diesen Zeitraum soll je nach Jahresergebnis bei 0,90 bis 0,95 Euro je Anteilsschein liegen und damit mindestens das Vorjahresniveau von 0,90 Euro halten.

Fokus auf Netze, Großspeicher und Infrastruktur

Ein wesentlicher Treiber des Investitionsbedarfs ist die zunehmend volatile Stromerzeugung aus Wind- und Sonnenenergie bei gleichzeitig steigendem Strombedarf.

Um Schwankungen im Netz mit aktivem Flexibilitätsmanagement auszugleichen und die Versorgungssicherheit abzusichern, plant EVN bis 2030 den Bau von Großbatteriespeichern mit einer Gesamtkapazität von 300 Megawatt. Diese Anlagen sollen direkt an bestehenden Kraftwerksstandorten sowie gekoppelt mit Wind- und Photovoltaikparks entstehen.

Zusätzlich zur Stromwirtschaft setzt der Versorger auf Stabilität durch weitere kritische Infrastrukturen. Die Sparte EVN Wasser betreibt in Niederösterreich ein Trinkwassernetz von rund 3.340 Kilometern Länge, über das jährlich etwa 32 Millionen Kubikmeter Wasser an rund 650.000 Menschen fließen.

Zudem beliefert EVN mehr als 100.000 Kunden mit Fernwärme und startete im September 2026 die nächste Phase zur Erkundung von Tiefengeothermie im südlichen Wiener Becken.

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