Eversource Energy: Aktie rutscht auf Jahrestief
Veröffentlicht am: 28.09.2026 um 05:11 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Steigende Kapitalmarktzinsen und regulatorischer Gegenwind setzen den US-Versorger Eversource Energy spürbar zu. An den US-Börsen rutschte der Titel in der vergangenen Woche auf ein neues Jahrestief ab.
Auch hierzulande spüren Anleger die Zurückhaltung: Mit einem Schlusskurs von 56,00 Euro notiert das Papier nur noch 1,8 Prozent über seinem 52-Wochen-Tief von 55,00 Euro. Neben dem makroökonomischen Umfeld forderten am Wochenende zudem Unwetterschäden im US-Bundesstaat Connecticut die operative Netzinfrastruktur heraus.
Zinsanstieg und Regulierungsentscheidungen drücken Bewertung
Versorgeraktien reagieren traditionell empfindlich auf steigende Renditen an den Anleihemärkten, da sie kapitalintensiv arbeiten und Anleger bei höheren Zinsen konservative Alternativen finden. Bei Eversource kommt die Verschuldung des Konzerns als Belastungsfaktor hinzu.
Verstärkt wird diese Gemengelage durch regulatorische Vorgaben: Die US-Energieaufsicht FERC legte die Basis-Eigenkapitalrendite für Übertragungsnetzbetreiber in Neuengland auf 9,57 Prozent fest, was die Renditeerwartungen im regulierten Übertragungsnetz begrenzt.
Zusätzliche Aufmerksamkeit erforderten am vergangenen Wochenende extreme Wetterbedingungen im Versorgungsgebiet. Ein schwerer Nor’easter führte in Connecticut zu umfangreichen Stromausfällen.
Derartige Naturereignisse rücken neben den Einsatzkosten auch die laufenden Genehmigungen für Sturm-Kostensecuritisierungen und strengere regulatorische Kontrollen in Connecticut in den Blick der Marktteilnehmer.
Portfolioumbau und bestätigte Jahresziele
Um die Bilanz zu entlasten und die Schuldenquote zu senken, treibt das Management die Bereinigung des Portfolios voran. Positiv vermerkte die Ratingagentur Moody’s diesen Kurs und hob ihren Kreditausblick für den Konzern im laufenden Jahr von negativ auf stabil an.
Auf operativer Ebene hält das Unternehmen an seiner Jahresplanung fest. Nach dem zweiten Quartal bekräftigte Eversource die Prognose für den bereinigten Gewinn je Aktie im Gesamtjahr 2026 in der Spanne von 4,57 bis 4,72 US-Dollar. Im jüngsten Quartal lag der Gewinn je Aktie bei 0,87 US-Dollar, während der Umsatz 2,90 Milliarden US-Dollar erreichte.
Mit einer annualisierten Dividende von zuletzt 3,15 US-Dollar je Aktie und kontinuierlichen Ausschüttungssteigerungen über mehr als zwei Jahrzehnte bleibt der Wert trotz des aktuellen Gegenwinds ein klassischer Dividendentitel für defensiv ausgerichtete Investoren.
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