Eutelsat Aktie: Paratus startet OneWeb-Betrieb in Namibia
Veröffentlicht am: 06.10.2026 um 20:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Während die Aktie von Eutelsat heute um 1,4 Prozent auf 1,50 Euro nachgibt und damit ihr 52-Wochen-Tief von 1,50 Euro markiert, treibt der europäische Satellitenbetreiber die kommerzielle Nutzung seiner erdnahen Flotte voran. In Namibia startete der Telekommunikationsanbieter Paratus am heutigen Dienstag den landesweiten Betrieb auf Basis von Eutelsats OneWeb-Netzwerk. Das Angebot richtet sich an Privat- sowie an Geschäftskunden.
Grundlage für den Start im südlichen Afrika ist eine Vereinbarung aus dem November 2025. Das Angebot umfasst Tarife mit und ohne Datenbegrenzung, die niedrige Latenzzeiten und hohe Übertragungsraten bieten. Für Unternehmen dient das Netz vor allem als Absicherung bei terrestrischen Ausfällen. Für den Konzern kommt es darauf an, die mehr als 600 Einheiten umfassende Konstellation im erdnahen Orbit im Tagesgeschäft zu monetarisieren.
Parallel dazu sucht das Management die Konfrontation mit der US-Konkurrenz. Eutelsat-Chef Jean-François Fallacher betonte, dass US-Unternehmen sowie das Pentagon ungeachtet der Vorstöße von SpaceX weiterhin Bedarf an europäischen Diensten haben. Fallacher verwies dabei auf Aspekte wie Ausfallsicherheit und Redundanz sowie die engen Verbindungen des Konzerns zu den Regierungen in Frankreich und Großbritannien.
Milliardenprogramm zur Flottenerneuerung
Um die Infrastruktur im All dauerhaft zu sichern, treibt das Unternehmen ein umfangreiches Modernisierungsprogramm voran. Der gesamte Plan sieht den Bau von 669 Satelliten vor.
Für spätere Missionen setzt der Konzern zudem auf europäische Alternativen. Mit dem Trägerraketenentwickler MaiaSpace besteht ein Vertrag über Mehrfachstarts, der 2027 beginnen soll.
Über die kommenden Jahre sollen 440 von Airbus gefertigte Satelliten ins All befördert werden, um ausgediente Einheiten zu ersetzen und zusätzliche Übertragungskapazitäten bereitzustellen.
Hohe Vorleistungen belasten die Profitabilität
Trotz des operativen Fortschritts wiegen die finanziellen Vorleistungen schwer. Hohe Belastungen führten zu einem Nettoverlust, während die Nettomarge bei minus 34,3 Prozent lag.
Eine abgeschlossene Refinanzierung über 5 Milliarden Euro sichert dem Unternehmen vorerst die nötige Liquidität. Zusätzliche Erlöse verspricht die europäische Satelliteninitiative IRIS², die über eine Laufzeit von zwölf Jahren rund 6,5 Milliarden Euro an Einnahmen generieren soll.
Bis diese Großaufträge greifen, muss Eutelsat am Markt jedoch beweisen, dass die Kundennachfrage mit den hohen Investitionskosten für die erdnahe Flotte Schritt halten kann.
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