Ethereum: Glamsterdam-Upgrade auf Q4 2026 verschoben
Veröffentlicht am: 16.08.2026 um 05:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Ethereum-Entwickler bereiten das Netzwerk auf eine tiefgreifende technologische Umstrukturierung vor. Im Zentrum steht dabei die Abkehr von langjährigen kryptografischen Standards sowie die Verschiebung des nächsten großen Protokoll-Upgrades „Glamsterdam“.
Während die Ethereum Foundation eine strategische Wende bei der Verschlüsselung einleitet, um die Plattform gegen künftige Quantencomputer-Bedrohungen abzusichern, richtet sich der Fokus der Anleger auf die verschobene Einführung neuer Skalierungsfunktionen im vierten Quartal 2026.
Strategiewechsel in der Kryptografie
Die Ethereum Foundation hat am Donnerstag eine weitreichende Entscheidung für die langfristige Sicherheit des Netzwerks bekannt gegeben. Nach acht Jahren Forschung verabschiedet sich die Organisation von der sogenannten Poseidon-Hash-Funktion.
Stattdessen setzt das Protokoll künftig auf bewährte Standards wie SHA-2 und BLAKE. Dieser Schritt markiert eine Reaktion auf Fortschritte bei effizienten Beweissystemen, sogenannten „Binary-field SNARKs“, die herkömmliche kryptografische Verfahren auf gewöhnlicher Hardware deutlich beschleunigen.
Durch diese Neuausrichtung sollen die Angriffspunkte verringert und die Geschwindigkeit bei der Erstellung kryptografischer Belege erhöht werden. Laut Berichten ermöglicht die neue Technologie bereits jetzt rund eine Million Hash-Berechnungen pro Sekunde auf einem handelsüblichen Laptop.
Die Implementierung soll schrittweise erfolgen: Eine produktionsreife Version der neuen virtuellen Maschine „leanVM“ wird für das Jahr 2027 angestrebt, während die vollständige Integration in die verschiedenen Ebenen des Netzwerks für 2028 geplant ist. Bestehende Anwendungen und Nutzer müssen vorerst keine manuellen Umstellungen vornehmen.
Glamsterdam-Upgrade auf Ende 2026 verschoben
Parallel zur kryptografischen Neuausrichtung konkretisieren sich die Pläne für das „Glamsterdam“-Upgrade, das als bedeutendste Änderung seit der Umstellung auf Proof-of-Stake gilt. Die Veröffentlichung im Hauptnetz wurde jedoch auf das vierte Quartal 2026 verschoben.
Ursprünglich war der Start für Mitte September vorgesehen. Das Upgrade umfasst wesentliche technische Neuerungen wie EIP-7732, welches das Fenster für die Validierung von Blöcken von zwei auf neun Sekunden erweitert.
Ein weiterer Kernbestandteil ist das Protokoll EIP-7928, das eine parallele Verarbeitung von Transaktionen ermöglicht. Forscher gehen davon aus, dass dies die Skalierbarkeit des Netzwerks um den Faktor zehn steigern könnte, ohne dass höhere Anforderungen an die Hardware der Netzwerkknoten gestellt werden. Zudem ist eine Neukalkulation der Kosten für Speicheroperationen vorgesehen, um die Nachhaltigkeit der Blockchain-Datenstruktur zu verbessern.
Institutionelles Interesse und Marktlage
Trotz der komplexen technischen Umbauphase verzeichnet Ethereum ein anhaltendes Interesse durch große Finanzinstitute. Quartalsberichten zufolge haben Morgan Stanley und JPMorgan ihre Positionen in Ethereum-ETFs im zweiten Quartal deutlich ausgebaut. Während Morgan Stanley seinen Anteil an einem BlackRock-Fonds mehr als verdreifachte, erhöhte JPMorgan sein Engagement in entsprechenden Anlageprodukten um über 300 Prozent.
Am Markt spiegelt sich diese Zuversicht der Großanleger bisher nur bedingt wider. Der aktuelle Kurs von .1880,92 USD notiert zwar rund 2,5 % über seinem 50-Tage-Durchschnitt von 1.835,39 USD, bleibt jedoch unter Druck. Vom 52-Wochen-Hoch bei 4.953,73 USD trennen den Wert derzeit rund 62 %.
Während größere Adressen mit Beständen zwischen 10.000 und 100.000 Einheiten zuletzt netto zukauften, trennten sich kleinere Anleger am Donnerstag im Zuge neuer US-Inflationsdaten verstärkt von ihren Beständen. Die Menge des gestakten Ethereum erreichte derweil mit über 41 Millionen Einheiten einen neuen Höchststand, was etwa ein Drittel des gesamten Angebots entspricht.
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