Ethereum: Glamsterdam-Test wegen Sicherheitsfragen gestoppt
Veröffentlicht am: 07.11.2026 um 06:37 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie Ethereum Foundation hat Entwickler und Sicherheitsprüfer gestern aufgefordert, Smart Contracts auf bestimmte Annahmen zum Gasverbrauch zu untersuchen. Hintergrund sind geplante Änderungen durch Glamsterdam. Der Start des Upgrades im Hoodi-Testnetz bleibt damit von offenen Sicherheitsfragen geprägt. Für Anleger steht vor allem die Verlässlichkeit des weiteren Entwicklungsfahrplans im Mittelpunkt.
Bestehende Verträge müssen geprüft werden
Die Prüfung betrifft die Vorschläge EIP-8037 und EIP-8038. Sie würden Annahmen verändern, auf die sich bestehende Verträge möglicherweise stützen. Nach Angaben der Ethereum Foundation hat ChainSecurity dazu 13 Beispiele aus dem laufenden Ethereum-Hauptnetz identifiziert.
Die Kernentwickler haben den Hoodi-Fork-Prozess während der Untersuchung angehalten. Damit richtet sich die Aufmerksamkeit auf das Zusammenspiel zwischen den geplanten Protokolländerungen und bereits eingesetzten Anwendungen. Entwickler und Prüfer sollen feststellen, wo solche Abhängigkeiten bestehen.
Bereits am 26. Oktober hatte die Foundation das für denselben Tag vorgesehene Glamsterdam-Upgrade im Hoodi-Testnetz verschoben. Damals verwies sie auf die Untersuchung der Wechselwirkungen zwischen EIP-8037 und Smart Contracts im Hauptnetz. Einen Ersatztermin nannte sie nicht.
Auch am Mittwoch war noch kein neuer Termin festgelegt. Die erneute Prüfaufforderung macht die Vertragskompatibilität damit zum entscheidenden offenen Punkt des nächsten Testschritts.
Weitere Korrektur wartet auf Umsetzung
Parallel dazu mussten die Entwickler eine andere Schwachstelle in den Konsensregeln von Glamsterdam korrigieren. Am 27. Oktober übernahmen sie Medienberichten zufolge eine Änderung an den entsprechenden Spezifikationen.
Unter bestimmten Bedingungen hätten Einzahlungen von Validatoren einem Block-Builder gutgeschrieben werden können, wenn beide denselben öffentlichen Schlüssel verwendeten. Die überarbeiteten Regeln sollen diese fehlerhafte Zuordnung verhindern; Verluste wurden nicht gemeldet.
Die Client-Teams müssen die angepassten Regeln noch in ihre Software übernehmen. Für den Fortschritt zählt deshalb neben der Untersuchung bestehender Verträge auch die Umsetzung bereits beschlossener Korrekturen. Der Entwicklungsstand lässt sich erst dann belastbarer beurteilen, wenn diese Arbeiten vorankommen.
Wachsende Nutzung erhöht die Bedeutung
Die Prüfungen treffen auf ein stärker genutztes Hauptnetz. Ethereum Institutional berichtete am Donnerstag für Januar bis Oktober 2026 durchschnittlich 2,17 Millionen Transaktionen täglich. Das entspricht einem Zuwachs von 54 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Die wachsende Aktivität spricht für die Nutzung des Netzwerks und erhöht zugleich die Bedeutung sorgfältiger Kompatibilitätsprüfungen. Für Anleger liegt der nächste belastbare Fortschrittsnachweis deshalb bei der technischen Umsetzung: Ergebnisse der Vertragsprüfung, angepasste Clients und ein bestätigter neuer Hoodi-Termin würden die Planungssicherheit verbessern. Solange diese Schritte offen sind, bleibt der Zeitplan von Glamsterdam mit Unsicherheit behaftet.
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