Ethereum, Millionen

Ethereum: 141,47 Millionen USD ETF-Abflüsse

Veröffentlicht am: 17.09.2026 um 01:05 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Nach dem vorläufigen Aus für den CLARITY Act verliert Ethereum 4,9 Prozent, während US-Spot-ETFs 141,47 Millionen USD abziehen.

Ethereum unter Druck: US-Senat stoppt CLARITY Act
Moderne Glasfassade eines Bürogebäudes in der Abenddämmerung als Symbol für Kapitalbewegungen am Finanzmarkt. Illustration mit AI erstellt.

Der Kryptomarkt reagiert am heutigen Mittwoch mit deutlichen Abschlägen auf eine politische Entscheidung in Washington. Der US-Senat hat das unter dem Namen CLARITY Act (H.R. 3633) bekannte Gesetz zur Marktregulierung digitaler Vermögenswerte vorerst gestoppt. Das Scheitern der prozeduralen Abstimmung belastet insbesondere Ethereum, das neben Kursverlusten auch den massivsten Kapitalabzug aus den neuen US-Spot-ETFs seit Monaten hinnehmen musste.

US-Senat stoppt CLARITY Act

Die Abstimmung im US-Senat endete gestern mit einem knappen Ergebnis von 49 zu 50 Stimmen gegen das Gesetzesvorhaben. Damit wurde die notwendige Hürde von 60 Stimmen deutlich verfehlt.

Während das US-Repräsentantenhaus dem Entwurf bereits im Juli 2025 mit einer breiten Mehrheit zugestimmt hatte, erwiesen sich im Senat vor allem ethische Bedenken als Stolperstein. Laut Medienberichten kritisierten demokratische Senatoren wie Elissa Slotkin unzureichende Ethik-Vorgaben, wobei auch die Krypto-Investitionen von Donald Trump thematisiert wurden.

Das Gesetz hätte die Aufsichtsbereiche zwischen der Börsenaufsicht SEC und der Handelskommission CFTC neu geordnet. Nach dem Scheitern der Abstimmung bleibt die regulatorische Lage für Plattformen und Emittenten in den USA vorerst ungewiss. Polymarket-Prognosen für eine Verabschiedung der Regulierung noch im Jahr 2026 brachen nach der Entscheidung von zuvor rund 40 Prozent auf unter 20 Prozent ein.

Rekordabflüsse bei Spot-ETFs und Kursreaktion

Die Unsicherheit spiegelt sich unmittelbar im Handelsgeschehen wider. Ethereum notiert aktuell bei 2.390,86 USD, was einem Rückgang von -4,9 % im Vergleich zum Vortag entspricht. Damit vergrößert sich der Abstand zum 52-Wochen-Hoch auf exakt -50 %.

Besonders deutlich zeigt sich die Skepsis der Investoren bei den US-Spot-ETFs: Diese verzeichneten am Dienstag Netto-Abflüsse in Höhe von 141,47 Millionen USD. Dies stellt den schwersten Tagesverlust für diese Produktklasse seit Ende Januar dar. Allein der iShares Ethereum Trust (ETHA) von BlackRock musste dabei Abzüge von rund 98 Millionen USD verkraften.

Trotz des breiten Ausverkaufs am Markt berichten Datenanbieter wie CryptoQuant von einer gegenläufigen Bewegung bei Großinvestoren. Während kleinere Wallets Bestände abbauten, stockten Adressen mit einem Volumen zwischen 10.000 und 100.000 ETH ihre Positionen in der vergangenen Woche um insgesamt 200.000 Einheiten auf.

Zudem zeigen die Börsenreserven einen Rückgang um 159.000 ETH innerhalb von fünf Tagen, was darauf hindeutet, dass ein Teil der Anleger das aktuelle Preisniveau für langfristige Käufe nutzt und die Bestände in private Verwahrung abzieht.

Technische Warnsignale und technologische Eigenwege

Analysten blicken derweil besorgt auf das Handelspaar Ethereum zu Bitcoin (ETH/BTC). Hier hat sich ein technisches Doppeltop-Muster gebildet. Sollte der Kurs unter die psychologisch wichtige Marke von 0,03078 BTC fallen, droht nach Einschätzung von Marktexperten ein weiterer Rückgang um rund 10 Prozent gegenüber der führenden Kryptowährung. Der Relative-Stärke-Index (RSI) ist in diesem Zusammenhang von überkauften Niveaus auf einen neutralen Wert von knapp 50 gefallen.

Abseits der Kursbewegungen gibt es Neuigkeiten zur technischen Weiterentwicklung. Die Verhandlungen zwischen Ethereum und dem Layer-2-Netzwerk Base über einen gemeinsamen Wallet-Standard wurden nach monatelangen Gesprächen ohne Ergebnis beendet. Ethereum konzentriert sich nun auf den Standard EIP-8141 für das kommende Hegotá-Upgrade.

Kurzfristig steht jedoch zunächst das „Glamsterdam“-Update an. Für den 6. Oktober ist der Fork im Sepolia-Testnetz geplant, bevor das Mainnet-Upgrade im vierten Quartal 2026 folgen soll. Dieses Paket enthält unter anderem Optimierungen für den Ausstieg von Validatoren sowie ein neues Modell für staatliche Speicherkosten.

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