Ethereum, Millionen

Ethereum: 109,66 Millionen liquidiert

Veröffentlicht am: 23.08.2026 um 19:49 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Ethereum fällt am Wochenende um 3,7 Prozent, obwohl US-Spot-ETFs Rekordzuflüsse verzeichnen. Analysten sehen wegen überkaufter Indikatoren weiteres Korrekturpotenzial.

Ethereum-Kurs rutscht trotz ETF-Rekordzuflüssen und Staking-Boom ab
Ein dunkler Handelsplatz mit einem rot fallenden Kurschart auf einem Monitor, das eine negative Marktstimmung symbolisiert. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Ethereum ist am Wochenende unter Druck geraten. Ausgelöst wurde der Rückgang durch Liquidationen gehebelter Long-Positionen bei Bitcoin und Ethereum in Höhe von zusammen 109,66 Millionen US-Dollar, die den gesamten Kryptomarkt erfassten.

Zum aktuellen Kurs von 2.426,43 US-Dollar verliert Ethereum am heutigen Sonntag 3,7 Prozent. Bemerkenswert daran: Der Rücksetzer trifft auf einen Markt, der zuvor von Rekord-Zuflüssen bei US-Spot-ETFs getragen wurde.

Trotz des Tagesverlusts steht die Kryptowährung nach den vergangenen sieben Tagen mit einem Plus von 29 Prozent da – gemessen an den vergangenen 30 Tagen ergibt sich dieselbe Größenordnung.

Auf Jahressicht bleibt Ethereum mit minus 18 Prozent jedoch im Minus, und auch der Abstand zum bisherigen 52-Wochen-Hoch von 4.953,73 US-Dollar vom 25. August 2025 bleibt mit 51 Prozent erheblich. Der technische Indikator RSI liegt mit 78,1 deutlich im überkauften Bereich, was auf kurzfristig erhöhtes Korrekturrisiko hindeutet.

ETFs verzeichnen höchste Wochenzuflüsse des Jahres

Die zugrundeliegende Nachfragedynamik bleibt robust. Spot-Ethereum-ETFs in den USA verbuchten in der Woche vom 17. bis 21. August nach Angaben von SoSoValue Netto-Zuflüsse von 697,18 Millionen US-Dollar – der höchste Wochenwert des laufenden Jahres. Angeführt wurde der Zustrom vom BlackRock-Produkt ETHA mit 536,83 Millionen US-Dollar.

Parallel dazu meldete das Ethereum-Netzwerk am 20. August ein Allzeithoch beim gestakten Bestand: 41,7 Millionen ETH, umgerechnet rund 78,1 Milliarden US-Dollar, sind derzeit gestakt – das entspricht 34,5 Prozent der gesamten zirkulierenden Menge.

Auch institutionelle Anbieter bauen ihr Engagement weiter aus. Fidelity beantragte am 10. August bei der US-Börsenaufsicht SEC, Staking für seinen Fidelity Ethereum Fund zu ermöglichen, wobei 85 Prozent der Staking-Erträge an die Fondsinhaber weitergereicht werden sollen.

Am selben Tag brachte Morgan Stanley mit MSSE und MSOL zwei neue börsengehandelte Produkte mit Staking-Komponente auf den Markt, verbunden mit einer Managementgebühr von 0,14 Prozent. BlackRock erweiterte zudem seine On-Chain-Präsenz, indem der Vermögensverwalter sechs Geldmarktfonds direkt auf der Ethereum-Blockchain tokenisierte.

Regulierung und Liquidität als Treiber

Auf regulatorischer Seite hat die SEC am 21. August ihren Vorschlag "Regulation Crypto Assets" offiziell im Federal Register veröffentlicht. Die Frist für öffentliche Stellungnahmen läuft bis zum 20. Oktober.

Der Entwurf, den SEC-Kommissar Paul Atkins bereits am 18. August vorgestellt hatte, soll unter anderem klären, wann Token von Wertpapieren zu Nicht-Wertpapieren werden, und enthält eine "Safe Harbor"-Regelung für bestimmte Investment-Verträge mit Krypto-Assets.

Zusätzlichen Rückenwind auf der Makroseite liefert das US-Finanzministerium: Es kündigte an, seine langlaufenden Anleihe-Rückkaufprogramme ab dem 9. September auf mindestens 4 Milliarden US-Dollar zu verdoppeln. Analysten werten dies als Liquiditätsspritze für risikobehaftete Anlagen einschließlich Ethereum.

Netzwerk-Entwicklung schreitet voran

Auf technischer Ebene treibt die Ethereum Foundation die Weiterentwicklung des Netzwerks voran. Am 17. August starteten Entwickler mit "Platåberget" ein öffentliches Testnetz für den für das vierte Quartal 2026 geplanten Hard Fork "Glamsterdam", der unter anderem EIP-7732 zur Trennung von Proposer und Builder umfasst. Bereits am 16. August begannen Kernforscher damit, aus 66 Vorschlägen für das für 2027 anvisierte Upgrade "Hegotá" eine engere Auswahl zu treffen.

Nicht alle Nachrichten fielen positiv aus: Coinbase stellte die Unterstützung seines gewrappten Staking-Produkts cbETH auf den Netzwerken Arbitrum, Optimism und Polygon ein und beschränkt es künftig auf das Ethereum-Mainnet sowie Base. Zudem sorgte eine Sicherheitslücke beim Hardware-Wallet-Anbieter SafePal, bei der Daten von 40.000 Kunden offengelegt wurden, für zusätzliche Verunsicherung im Markt.

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