Equinor Aktie: 940 Millionen für Gaskraftwerk-Mehrheit
Veröffentlicht am: 18.08.2026 um 18:49 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der norwegische Energiekonzern Equinor baut seine internationale Präsenz durch eine bedeutende Akquisition im US-amerikanischen Strommarkt massiv aus. Für 940 Millionen US-Dollar übernimmt das Unternehmen eine Mehrheitsbeteiligung an einem großen Gaskraftwerk. Parallel dazu treibt der Konzern seine Explorationsaktivitäten in Namibia voran und meldet technologische Fortschritte bei einem industriellen Lithium-Projekt.
Strategischer Zukauf von Gaskraftwerk-Mehrheit
Wie heute bekannt wurde, erwirbt Equinor einen Anteil von 87,71 Prozent an den A-Aktien des Lackawanna Energy Center in den USA. Verkäufer ist Global Infrastructure Partners, ein Unternehmen des Vermögensverwalters BlackRock. Das Kraftwerk verfügt über eine installierte Kapazität von 1.483 Megawatt und operiert im PJM-Markt, einem der größten koordinierten Strommärkte der Welt.
Dieser Schritt folgt einer klaren geografischen Logik: Das Kraftwerk befindet sich in unmittelbarer Nähe zu den bestehenden Erdgasvorkommen von Equinor in den Appalachen. Damit vertieft der Konzern die Wertschöpfungskette und verbindet seine Gasförderung direkt mit der Stromerzeugung.
Der Abschluss der Transaktion steht unter dem Vorbehalt der üblichen regulatorischen Genehmigungen. Diese Neuausrichtung des Kapitals wird auch durch Veräußerungen in anderen Bereichen ermöglicht. So übernahm Vista Energy bereits die Anteile von Equinor an Projekten im argentinischen Vaca-Muerta-Vorkommen für eine Summe von bis zu 1,1 Milliarden US-Dollar.
Expansion in Namibia und Fortschritte bei Lithium
Zusätzlich zu den Aktivitäten in Nordamerika weitet Equinor sein Portfolio im südlichen Afrika aus. Das Unternehmen tritt heute einer Explorationslizenz in Namibia bei, in der es künftig mit dem US-Konzern Chevron zusammenarbeitet. Die Region steht derzeit verstärkt im Fokus der Industrie, da Probebohrungen in benachbarten Blöcken, etwa durch ReconAfrica, bereits den Fluss von Kohlenwasserstoffen an die Oberfläche bestätigt haben.
Abseits des klassischen Öl- und Gasgeschäfts meldet Equinor zudem Fortschritte bei der Gewinnung kritischer Rohstoffe. Ein Joint Venture, an dem Equinor beteiligt ist, hat erfolgreich Tests an Lithiumkarbonat aus dem „South West Arkansas“-Projekt durchgeführt.
Die in speziellen Batteriezellen geprüften Materialien erreichten eine Kapazität von 155 mAh/g. Für das Projekt ist eine jährliche Produktion von 22.500 Tonnen vorgesehen. Der Baubeginn der Anlage ist für das laufende Jahr geplant, während die kommerzielle Produktion im Jahr 2029 starten soll.
Aktienrückkauf und Marktsituation
Begleitet werden die Expansionspläne von einer Fortführung der aktionärsorientierten Kapitalpolitik. Wie aus einer aktuellen SEC-Meldung hervorgeht, hat Equinor im Rahmen der dritten Tranche seines Rückkaufprogramms in der vergangenen Woche zwischen dem 10. und 13. August insgesamt 597.632 eigene Aktien erworben.
Der Durchschnittspreis lag bei 384,37 Norwegischen Kronen pro Anteilsschein. Damit hält der Konzern inklusive der Mitarbeiter-Aktiensparprogramme nun etwa 0,69 Prozent seines gesamten Aktienkapitals.
An der Börse notiert die Aktie heute nahezu unverändert bei 36,07 Euro. Das Papier behauptet sich damit weiterhin auf hohem Niveau und weist lediglich einen Abstand von 4,4 Prozent zu seinem 52-Wochen-Hoch auf, das am 30. März 2026 bei 37,74 Euro markiert wurde. Die Marktkapitalisierung des Unternehmens beläuft sich damit auf umgerechnet rund 84,00 Milliarden Euro.
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