Epiroc, Aktie

Epiroc Aktie: Marge schlägt Umsatztempo

Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 04:26 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Mehr Aufträge und höhere Profitabilität treffen auf geringeren Cashflow; lange Lieferzeiten verzögern die Umwandlung des Auftragsbestands.
Moderne Produktionshalle für Bergbaumaschinen mit einer gelben Bohranlage im Vordergrund. Illustration mit AI erstellt.

Epiroc liefert im dritten Quartal 2026 starke Aufträge und deutlich bessere Margen. Die Aktie gab nach der Zahlenvorlage dennoch nach. Der Grund liegt weniger in der Gewinnentwicklung als in der Frage, wie schnell der volle Auftragsbestand in Umsatz und Cash umgewandelt wird.

Aufträge und Profitabilität

Die Auftragseingänge stiegen um 15 Prozent auf 17,5 Milliarden schwedische Kronen, organisch um 12 Prozent. Bergbaukunden stehen inzwischen für 83 Prozent der Bestellungen, nach 78 Prozent im Vorjahr.

Großaufträge summierten sich auf 790 Millionen Kronen. Darunter ist der zweitgrößte Einzelauftrag der Firmengeschichte: 610 Millionen Kronen von MMG für die Erweiterung der Khoemacau-Kupfermine in Botswana.

Der Umsatz legte um 10 Prozent auf 16,8 Milliarden Kronen zu, organisch um 7 Prozent. Der bereinigte operative Gewinn kletterte um 18 Prozent auf 3,4 Milliarden Kronen. Die bereinigte operative Marge verbesserte sich von 19,0 auf 20,4 Prozent. Der Gewinn je Aktie stieg auf 2,00 Kronen, nach 1,62 Kronen im Vorjahr.

Besonders auffällig ist das Geschäft mit Ausrüstung und Service. Dort erreichte die Marge 23,8 Prozent, und von zusätzlichem Umsatz blieb mehr als die Hälfte als Ergebnis hängen. Die Konzernführung betont, es handle sich nicht um Einmaleffekte. Allerdings war das dritte Quartal 2025 in dieser Sparte vergleichsweise schwach, was die Basis erleichtert.

Warum der Markt zögert

Der operative Cashflow fiel auf 1,4 Milliarden Kronen, nach 2,5 Milliarden im Vorjahr. Epiroc baut Lagerbestände auf, um die vielen Ausrüstungsaufträge zu bedienen, und zahlt zudem höhere Steuern. Die Cash-Conversion der vergangenen zwölf Monate sank auf 78 Prozent, nach 105 Prozent.

Analysten fragten in der Telefonkonferenz entsprechend hartnäckig nach der Umsetzung. Das Management verwies auf lange Lieferzeiten: sechs bis sieben Monate bei Untertagemaschinen, bis zu zwölf Monate bei großen Bohrplattformen über Tage. Hinzu kam ein Basiseffekt.

Im Vorjahresquartal hatte Epiroc für das Roy-Hill-Automationsprojekt über 300 Millionen Kronen abgerechnet. Die Lagerbestände seien Ware auf dem Weg zu Kunden und sollten in den kommenden Quartalen zu Umsatz werden.

Kupfer als Treiber

Die Pipeline stuft das Management für das vierte Quartal 2026 und das erste Quartal 2027 als sehr stark ein, vor allem bei Kupfer. Mehrere große Investitionsentscheidungen von Bergbaukonzernen werden bis Jahresende erwartet. Epiroc bucht Aufträge allerdings erst mit fester Bestellung, und Vertragsverhandlungen können Monate dauern. Das Baugeschäft bleibt dagegen schwach, vor allem im Wohnungsbau.

Die Nettoverschuldung liegt bei 11,2 Milliarden Kronen, das entspricht dem 0,70-Fachen des EBITDA. Die Investitionsquote soll bei zwei bis drei Prozent des Umsatzes bleiben. Entscheidend für die nächsten Quartale: Ein höherer Anteil an Untertageausrüstung mit kürzeren Lieferzeiten soll nach Unternehmensangaben die Umsatzumwandlung beschleunigen.

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