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Engie Aktie: Belgien verschiebt Reaktorfrist

Veröffentlicht am: 07.10.2026 um 15:44 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Morgan Stanley sieht Engies Gewinn 2026 über den Markterwartungen und nennt Belgien-Verhandlungen sowie Portfolioverkäufe als mögliche Kurstreiber.

Overhead flatlay of energy network blueprint with wrench, pressure gauge, hard hat and coffee
ENGIE FR0010208488 zeigt einen Flatlay Bauplan eines Energienetzes mit Helm, Schraubenschlüssel und Kaffee Illustration mit AI erstellt.

Die US-Investmentbank Morgan Stanley stuft die Aktie des französischen Energiekonzerns Engie trotz eines gesenkten Kursziels weiterhin als aussichtsreich ein. Die Analysten reduzierten ihre Zielmarke zwar von 31 auf 29 Euro, bekräftigten jedoch ihre Einstufung mit „Overweight“. Sie sehen in dem Papier eine taktische Gelegenheit bis zum Jahresende. Im heutigen Handel notiert der Wert bei 22,67 Euro, was einem Minus von 3,3 Prozent entspricht.

Grundlage der positiven Einschätzung ist eine robuste operative Entwicklung. Für das Gesamtjahr 2026 prognostiziert Morgan Stanley einen wiederkehrenden Nettogewinn von 5,33 Milliarden Euro. Dieser Wert liegt rund 2 Prozent über den Konsensschätzungen und im oberen Bereich der konzerneigenen Zielspanne von 4,9 bis 5,5 Milliarden Euro.

Auch für die Jahre 2027 bis 2029 liegen die Gewinnerwartungen der Analysten rund 6 Prozent über dem Marktkonsens. Mit einem für 2026 geschätzten Kurs-Gewinn-Verhältnis von 11 weist das Unternehmen zudem einen Bewertungsabschlag gegenüber der europäischen Vergleichsgruppe auf, die auf ein Vielfaches von 15 kommt.

Verhandlungen um belgische Reaktoren laufen weiter

Parallel dazu steht das Atomgeschäft im Fokus der Marktteilnehmer. Der belgische Staat, Engie und die Tochtergesellschaft Electrabel hatten sich Ende September darauf geeinigt, die Frist für eine Rahmenvereinbarung über einen möglichen Erwerb der Nuklearaktivitäten auf den 4. November zu verschieben.

Ursprünglich war die Frist im April festgelegt worden. Als Begründung nannten die Verhandlungspartner den großen Umfang und die Komplexität der Materie. Ein Verkauf ist damit weiterhin weder beschlossen noch vollzogen.

In Belgien wird derweil eine vollständige staatliche Übernahme der Kernkraftwerke diskutiert. Medienberichten zufolge prüft die Regierung in Brüssel verschiedene Szenarien für einen Eigentümerwechsel. Für die Übertragung der finanziellen Verantwortung für den Atommüll hatte Engie zuvor bereits eine Summe von 16 Milliarden Euro an den belgischen Staat entrichtet.

Zukunftsfaktoren und anstehende Geschäftszahlen

Morgan Stanley verweist neben den Verhandlungen in Belgien auf weitere potenzielle Kurstreiber vor dem Jahreswechsel. Dazu zählen die Bewertung der französischen Gasnetze sowie geplante Portfolioverkäufe im Rahmen eines bis 2028 laufenden Deinvestitionsprogramms über 6 Milliarden Euro.

Als Risiken für den weiteren Kursverlauf gelten hingegen mögliche steuerliche Belastungen in Frankreich sowie sinkende Gas- und Strompreise. Konkrete operative Einblicke folgen in wenigen Wochen: Am 5. November legt Engie die Ergebnisse für die ersten neun Monate des Geschäftsjahres vor.

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