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Energy Vault Aktie: Rom beschleunigt Sardinien-Projekt

Veröffentlicht am: 01.09.2026 um 19:41 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Italiens Ministerrat stuft das Sulcis-Vorhaben als strategisch ein. Ein Regierungskommissar soll Genehmigungen für Energy Vault koordinieren.

Energy Vault: Rom beschleunigt KI-Rechenzentrum auf Sardinien
Moderne Anlage zur Speicherung erneuerbarer Energien in einer sonnigen mediterranen Landschaft. Illustration mit AI erstellt.

Energy Vault bekommt Rückenwind aus Rom. Der italienische Ministerrat hat das Sardinien-Projekt "Digital Vault Sulcis" als Programm von "vorrangigem nationalem strategischem Interesse" eingestuft — eine Klassifizierung, die den Weg durch Genehmigungsverfahren erheblich verkürzen soll.

Vorgeschlagen hat die Einstufung Italiens Minister für Unternehmen und Made in Italy, Adolfo Urso, unterstützt von der Präsidentin der autonomen Region Sardinien, Alessandra Todde. Ein eigener Regierungskommissar soll künftig die Verwaltungsabläufe koordinieren und die noch ausstehende Einzelgenehmigung beschleunigen.

Vom Kohlebergwerk zum KI-Campus

Kern des Vorhabens ist ein Rechenzentrum für Künstliche Intelligenz auf dem Gelände der früheren Kohlemine Carbosulcis in Nuraxi Figus. Geplant ist zunächst eine Kapazität von rund 30 Megawatt, integriert mit erneuerbarer Energieerzeugung und Speicherinfrastruktur.

Der Ausbauplan sieht deutlich mehr vor: Mittelfristig soll die IT-Kapazität auf 50 bis 60 Megawatt wachsen, die Gesamtstromkapazität des Standorts auf bis zu 100 Megawatt. Energy Vault peilt Baubeginn bis 2028 an, die kommerzielle Inbetriebnahme soll 2030 erfolgen — vorbehaltlich finaler Genehmigungen und weiterer Entwicklungsschritte.

Für Energy Vault markiert das Projekt eine strategische Erweiterung. Das Unternehmen, bekannt für sein "Build, Own & Operate"-Modell in der Energiespeicherung, dehnt dieses Geschäftsmodell nun auf KI-Infrastruktur in Europa aus. Statt reiner Speicherprojekte kombiniert Sulcis erschlossenes Land, Energieinfrastruktur und Rechenzentrumskapazität — mit dem Versprechen langfristiger, wiederkehrender Einnahmen.

Digitale Souveränität als politisches Motiv

Die italienische Regierung verfolgt mit ihrem Datenzentren-Programm erklärte Ziele: digitale Souveränität stärken, KI-Entwicklung fördern und Hightech-Investitionen ins Land holen. Für die strukturschwache Sulcis-Region in Sardinien kommt ein weiterer Aspekt hinzu — die industrielle Neuentwicklung eines ehemaligen Bergbaugebiets.

Chief Revenue Officer Marco Terrzzuin bezeichnete die Einstufung als "wichtigen Meilenstein" für die europäische KI-Infrastrukturstrategie des Unternehmens. Sie baue auf der Arbeit der vergangenen Monate auf — bei Standortentwicklung, Landrechten, Netzanbindung und kommerzieller Anbahnung.

Der Fahrplan bleibt ambitioniert: Zwischen der aktuellen Einstufung und dem angepeilten Baubeginn 2028 liegen noch mehrere Genehmigungsschritte, für die der neue Regierungskommissar den Weg ebnen soll. Ob Energy Vault diesen Zeitplan hält, entscheidet sich in den kommenden Quartalen an der tatsächlichen Umsetzung der einzelnen Genehmigungsschritte.

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