Energiekontor, Aktie

Energiekontor Aktie: Gewinnziel massiv gekappt

Veröffentlicht am: 13.08.2026 um 22:27 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Energiekontor senkt seine Ergebnisprognose für 2026 drastisch auf fünf bis zehn Millionen Euro. Verzögerte Netzanschlüsse in Schottland sind der Auslöser.

Energiekontor kappt Gewinnziel: Nur noch 5-10 Mio. Euro EBT erwartet
Moderne Windkraftanlagen vor der Küste bei Dämmerung in einer atmosphärischen, minimalistischen Szenerie. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Erst bestätigt, jetzt kassiert: Energiekontor hat seine Ergebnisprognose für 2026 binnen weniger Stunden vom Halbjahresbericht auf eine Ad-hoc-Korrektur folgen lassen. Statt eines Konzern-EBT von 40 bis 60 Millionen Euro rechnet der Vorstand nun nur noch mit fünf bis zehn Millionen Euro. Ein Einschnitt, der die ohnehin schon angeschlagene Aktie weiter unter Druck setzen dürfte.

Schottische Windparks bremsen aus

Auslöser der Kappung sind Verzögerungen bei mehreren schottischen Windparkprojekten. Ein Rechtsverfahren gegen die Genehmigung einer Überlandleitung des Netzbetreibers Scottish Power Transmission verhindert den Weiterbau der nötigen Netzinfrastruktur. An dieser Leitung sollen rund 1,4 Gigawatt Projektkapazität angeschlossen werden.

Die Folge: Netzanschlusstermine für drei Windparkprojekte verschieben sich von 2029 auf 2031. Zwei davon waren fest in die Ergebnisplanung für 2026 eingerechnet und befinden sich aktuell im Verkaufsprozess. Mit einer gerichtlichen Klärung rechnet der Netzbetreiber erst im ersten Halbjahr 2027 – bis dahin ruhen die Bauarbeiten.

Besonders brisant: Noch im Halbjahresfinanzbericht hatte das Management die alte Prognose ausdrücklich bestätigt. Erst danach kamen die neuen Entwicklungen bei den Netzanschlussterminen ans Licht. Ob sich zumindest Teile der geplanten Projektverkäufe noch in reduziertem Umfang realisieren lassen, ist nach Angaben des Unternehmens derzeit nicht absehbar – wahrscheinlicher gilt eine Verschiebung der Erträge ins kommende Geschäftsjahr.

Halbjahreszahlen bereits schwach

Die Kurskorrektur trifft auf ein Unternehmen, das ohnehin schon mit roten Zahlen zu kämpfen hatte. Im ersten Halbjahr rutschte Energiekontor mit 5,3 Millionen Euro Verlust nach Steuern in die Verlustzone – im Vorjahreszeitraum hatte noch ein Gewinn von rund 24 Millionen Euro zu Buche gestanden. Die Aktie war daraufhin bereits am Berichtstag um mehr als sechs Prozent auf ein März-Tief bei 32,25 Euro gefallen.

Seit dem Zwischenhoch von mehr als 50 Euro im Mai hat sich der Abwärtstrend spürbar beschleunigt. Analysten hatten schon vor der Prognosekappung Zweifel geäußert, ob sich die für das zweite Halbjahr nötige "hohe Verdichtung an erfolgreichen Projektgeschäften" tatsächlich einstellen würde.

Die noch ausstehenden Netzanschlussangebote für die weitere britische Projektpipeline im Rahmen der NESO-Grid-Reform werden bis Mitte September 2026 erwartet. Energiekontor geht davon aus, dass die neuen Termine der drei schottischen Projekte darin bestätigt werden – eine Weichenstellung, die zeigen dürfte, wie belastbar die restliche britische Pipeline tatsächlich ist.

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