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EnBW Aktie: Proteste richten sich gegen RDK 9

Veröffentlicht am: 28.09.2026 um 16:58 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die EnBW-Aktie stieg trotz Protesten um 2,1 Prozent; He Dreiht ist fertiggestellt, die Inbetriebnahme folgt schrittweise.

EnBW: Proteste gegen Gaskraftwerk, Ladepark und Offshore-Ausbau
Modernes Kraftwerk bei Dämmerung mit dramatischem Himmel als Symbol für Energieinfrastruktur und industrielle Prozesse. Illustration mit AI erstellt.

Klimaproteste am Konzernsitz und wichtige Weichenstellungen bei Großprojekten prägen zu Beginn der neuen Handelswoche das Geschehen rund um die EnBW Energie Baden-Württemberg.

Am heutigen Montag rückte die Karlsruher Unternehmenszentrale erneut in den Fokus von Umweltaktivisten, die gegen die Gasstrategie des Energiekonzerns demonstrierten. An der Börse zeigte sich das Papier davon unbeeindruckt: Die Aktie legte im Tagesverlauf um 2,1 Prozent auf 69,00 Euro zu.

Widerstand gegen Kraftwerkspläne in Karlsruhe

Auslöser der Protestaktionen ist vor allem das geplante Gaskraftwerk RDK 9 auf dem Karlsruher Werksgelände. Am vergangenen Freitag blockierten Demonstranten Zufahrten der Konzernzentrale und hinterließen Schriftzüge, gefolgt von weiteren Aktionen am Wochenende. Das Vorhaben durchläuft gegenwärtig das behördliche Genehmigungsverfahren.

Für das Projekt führt das Regierungspräsidium Karlsruhe derzeit ein förmliches Verfahren mit Umweltverträglichkeitsprüfung und Öffentlichkeitsbeteiligung durch. Seit dem 21. September und noch bis zum 20. Oktober liegen die entsprechenden Unterlagen öffentlich aus.

Bürger und Verbände haben in dieser Phase die Möglichkeit, Einwendungen gegen den Neubau einzureichen, der im Rahmen der Versorgungssicherheit eine zentrale Rolle in den Planungen des Versorgers spielt.

Vorstoß in die Lithiumgewinnung

Parallel zu den Auseinandersetzungen um fossile Übergangstechnologien treibt der Konzern neue Geschäftsfelder im Bereich der Energiewende voran. Bei der gegenwärtigen Förderrate der Anlage wird das theoretische Potenzial auf etwa 800 Tonnen des begehrten Rohstoffs pro Jahr taxiert.

Zusätzliche Dynamik verzeichnet das operative Geschäft im Ausbau der Ladeinfrastruktur. Am Standort Karlsruhe nahm der Konzern kürzlich einen Referenz-Ladepark in Betrieb. Dort setzt EnBW auf moderne Ladetechnik mit einer Leistung von bis zu 480 Kilowatt. Die Station umfasst zunächst zwölf Schnellladepunkte und bietet Erweiterungsoptionen auf bis zu 20 Plätze.

Offshore-Kapazitäten und anstehende Termine

Auf Erzeugungsseite konnte der Versorger unlängst den Bau des Offshore-Windparks He Dreiht abschließen. Das Großprojekt in der Nordsee entstand in Kooperation mit institutionellen Investoren, darunter Allianz, AIP Management und Norges Bank Investment Management. Die 64 Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 960 Megawatt stehen vollständig, die Inbetriebnahme soll schrittweise in den kommenden Monaten erfolgen.

Für die Aktionäre richtet sich der Blick nach den turbulenten Tagen auf die kommenden Finanzdaten. EnBW wird am 12. November die Quartalsmitteilung für die ersten neun Monate des laufenden Geschäftsjahres vorlegen und die Resultate in einer Analystenkonferenz erläutern.

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