Enbridge, Aktie

Enbridge Aktie: Ebel verabschiedet sich

Veröffentlicht am: 06.11.2026 um 14:32 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Höhere Gas-Erträge stützen Enbridges Quartalszahlen; der Konzern hält an seiner Prognose für 2026 und der festgelegten Dividende fest.
Moderne Energieinfrastruktur bei Sonnenuntergang als Symbol für den Wandel im Energiesektor. Illustration mit AI erstellt.

Greg Ebel blickt auf seine letzte Quartalsbilanz als Konzernchef zurück. Enbridge liefert für das dritte Quartal solide Zahlen, bestätigt alle Ziele und stellt zugleich die Weichen für die Zeit nach dem Wechsel an der Spitze im Januar. Nachfolgerin wird Michele Harradence.

Operativ im Plus, Öl-Pipelines schwächeln

Der bereinigte operative Gewinn (EBITDA) stieg auf 4,43 Milliarden kanadische Dollar, nach 4,27 Milliarden ein Jahr zuvor. Der bereinigte Gewinn je Aktie legte von 0,46 auf 0,49 Dollar zu. Der ausgewiesene Nettogewinn sprang auf 0,59 Dollar je Aktie, hier wirkten vor allem nicht zahlungswirksame Bewertungseffekte bei Derivaten.

Getragen wurde das Wachstum von der Gastransportsparte. Ratenanpassungen bei Texas Eastern und East Tennessee sowie höhere Erträge aus laufenden Bauprojekten ließen das Segment-EBITDA um 165 Millionen Dollar steigen. Auch die Gasverteilung profitierte von höheren Tarifen in Utah, North Carolina und Ontario.

Die Öl-Pipelines bremsten dagegen. Geringere Mainline-Volumen und schwächer ausgelastete Verträge im Market-Access-Geschäft kosteten rund 100 Millionen Dollar EBITDA. Der operative Cashflow fiel leicht auf 2,7 Milliarden Dollar.

Zukäufe und frisches Kapital

Enbridge bleibt investitionsfreudig. Für Tallgrass Energys Rohölgeschäft zahlt der Konzern 2,55 Milliarden US-Dollar, die Übernahme steht noch unter Genehmigungsvorbehalt. Die Salt-Creek-Gathering-Systeme im Permian-Becken wurden bereits im Oktober übernommen. Hinzu kommt die geplante Übernahme von Laramie Energy für Enbridge Gas Utah, deren Abschluss für das vierte Quartal erwartet wird.

Zur Finanzierung platzierte das Unternehmen im September Aktien für drei Milliarden Dollar. Das Verhältnis von Schulden zu EBITDA lag zuletzt bei 5,1 und damit leicht über dem Zielkorridor. Wechselkurseffekte spielen dabei eine Rolle. Von KKR und Apollo fließen zudem Mittel in das Westcoast-Netz in British Columbia, zunächst 0,7 Milliarden Dollar, weitere rund zwei Milliarden sind zugesagt.

Der gesicherte Projektbestand beträgt rund 38 Milliarden Dollar, obwohl im Quartal Vorhaben über drei Milliarden in Betrieb gingen.

Ziele bestätigt, Dividende steht

Für 2026 erwartet Enbridge weiterhin ein bereinigtes EBITDA zwischen 20,2 und 20,8 Milliarden Dollar sowie einen Cashflow je Aktie (DCF) von 5,70 bis 6,10 Dollar. Mittelfristig peilt der Konzern ein jährliches Wachstum von etwa fünf Prozent an. Ebel verwies darauf, dass Enbridge die Prognose damit im 21. Jahr in Folge erreichen wolle.

Die Quartalsdividende hat der Verwaltungsrat bereits auf 0,97 Dollar je Stammaktie festgelegt, sie wird am 1. Dezember ausgezahlt. Im vorbörslichen US-Handel lag die Aktie nach den Zahlen mit gut einem Prozent im Plus. Als nächster regulatorischer Termin steht in Ohio eine Entscheidung zu neuen Gastarifen an, die spätestens im ersten Quartal 2027 erwartet wird.

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