EMERALD, HORIZON

EMERALD HORIZON Aktie: Rückenwind aus Luxemburg

Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 20:35 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die EIB unterstützt Steady Energy mit bis zu 40 Millionen Euro; eine Finanzierung von Emerald Horizon ist bislang nicht zugesagt.
Modernes Bürogebäude im Finanzviertel von Luxemburg bei Sonnenuntergang. Illustration mit AI erstellt.

Zum ersten Mal in ihrer Geschichte finanziert die Europäische Investitionsbank einen Entwickler kleiner modularer Reaktoren. Für Emerald Horizon ist das mehr als eine Randnotiz: Das Grazer Unternehmen sieht darin die Bestätigung seiner Strategie. An der Börse blieb der Kurs zunächst ruhig, die Aktie notierte zuletzt bei 1.135 Euro.

Was die EIB tatsächlich finanziert

Empfänger ist das finnische Unternehmen Steady Energy. Es erhält ein Wandeldarlehen von bis zu 40 Millionen Euro, zinsfrei und mit 20 Jahren Laufzeit. Das Geld fließt in Entwicklung, nichtnukleare Tests und Lizenzierung des Fernwärmereaktors LDR-50. Die EIB kann ihre Forderung später in Aktien umwandeln.

Interessant ist die Struktur dahinter. Die Bank kann bis zu 50 Prozent der förderfähigen Projektkosten tragen, sofern ein Unternehmen bereits Eigenkapital professioneller Investoren eingeworben hat. Jeder private Euro kann so einen zweiten mobilisieren. Unterstützt wird das Ganze über das EU-Programm InvestEU.

Der politische Rahmen: Die ersten europäischen SMR sollen Anfang der 2030er-Jahre ans Netz gehen. Bis 2050 hält die Kommission 17 bis 53 Gigawatt SMR-Leistung in der EU für möglich.

Emerald Horizon sieht sich bestätigt

CEO Florian Wagner nennt die EIB-Entscheidung einen "echten Beschleuniger". Steady Energy betrachtet er nicht als Konkurrenz. Die Finnen zielen auf Fernwärme, der SMRX-Reaktor auf Strom und Wärme. Beide Unternehmen sind reine Nuklear-Pure-Plays an europäischen Börsen, Steady Energy in Helsinki, Emerald Horizon in Wien.

Wagner verweist zudem auf die Förderlogik der Bank. Typischerweise finanziert sie Innovatoren mit 10 bis 50 Millionen Euro. Scale-ups mit einer Bewertung über 500 Millionen Euro kommen für bis zu 120 Millionen Euro in Frage. Diese Schwelle erfülle Emerald Horizon bereits. Eine Finanzierungszusage der EIB für das Unternehmen gibt es allerdings nicht.

Technisch setzt SMRX auf einen beschleunigergetriebenen, unterkritischen Thoriumreaktor. Er soll ohne Kühlwasser auskommen, ein Argument nach den Hitzesommern, in denen in Frankreich zeitweise elf von 57 Reaktoren gedrosselt oder abgeschaltet werden mussten.

Fahrplan bis 2031

Die Entwicklung läuft in zwei Stufen. Zuerst folgen Prototyp, Tests und Lizenzierung, die integrierte Validierung ist für 2029 angestrebt. Danach soll die Skalierung kommen: ein Demonstrator ab 2031, anschließend die Serienfertigung. Entwicklungspartner sind der niederländische Industrie-Zulieferer VDL und für die Regulatorik HaskoningDHV.

Als Spin-off der SMRX-Entwicklung ist das hybride Speichersystem DUALstorePLUS bereits bestellbar. Die Aktie notiert seit 26. Juni 2026 an der Wiener Börse und liegt auf Monatssicht gut 3 Prozent im Plus. Ob die EIB auch einen Emerald-Horizon-Antrag prüft, ist offen. Die Bank erklärt, sie suche aktiv nach Europas vielversprechendsten SMR-Pionieren.

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