Elia: Außenmauer der Energieinsel geschlossen
Veröffentlicht am: 01.09.2026 um 05:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Elia Transmission Belgium hat einen entscheidenden baulichen Fortschritt bei der Princess Elisabeth Island erzielt. Mit dem Einsetzen des 23. und letzten Beton-Caissons rund 28 Meilen vor der belgischen Küste wurde die Außenmauer der weltweit ersten künstlichen Energieinsel erfolgreich geschlossen.
Durch den termingerechten Abschluss dieser Fundamentarbeiten sicherte sich das Unternehmen eine Subvention der Europäischen Union in Höhe von 99 Millionen Euro.
Beschleunigter Netzzugang für Batteriespeicher
Mit Wirkung zum heutigen 1. September führt der Netzbetreiber zudem ein neues Verfahren für sogenannte „Part B“-Anschlussprojekte ein. Dabei wird die Verantwortung für den Entwurf und die Genehmigung der Kabelwege zwischen den Umspannwerken und den Anlagen auf die Projektentwickler übertragen. Ziel dieser Umstellung ist es, den Netzzugang insbesondere für Batteriespeicherprojekte (BESS) signifikant zu beschleunigen.
In diesem Zusammenhang meldete das Unternehmen gestern den Abschluss eines Vertrags mit dem Dienstleister SPIE und dem Entwickler HybriX Energy. Dabei geht es um den Anschluss der Batteriefarmen Volta und Franklin an das 150-kV-Übertragungsnetz von Elia. Diese Anlagen verfügen über eine kombinierte Speicherkapazität von insgesamt 300 MWh und sollen die Netzstabilität weiter unterstützen.
Effizienzsteigerung durch KI und neue Beschichtungen
Parallel zum Netzausbau setzt das Unternehmen verstärkt auf technologische Innovationen zur Optimierung des Bestandsnetzes. Medienberichten zufolge konnte Elia die Fehlerquote bei der Prognose von Systemungleichgewichten durch den Einsatz künstlicher Intelligenz um 41 % senken. Diese Verbesserung in der Steuerungsebene ermöglicht eine präzisere Auslastung der bestehenden Infrastruktur.
Zusätzlich erprobt die Gruppe im Rahmen des Projekts „AssetCool“ eine spezielle hoch-emissive Beschichtung für Freileitungen. Erste Berechnungen deuten darauf hin, dass die Stromkapazität bestehender Leitungen dadurch um 11 % bis 15 % gesteigert werden könnte, ohne dass physische Umbauarbeiten an den Leitern notwendig wären. Ein entsprechender Feldversuch ist für den Zeitraum ab Ende 2027 geplant.
Halbjahreszahlen untermauern den Wachstumskurs
Die operativen Fortschritte spiegeln sich auch in der finanziellen Entwicklung wider. Für das erste Halbjahr 2026 wies die Elia Group einen bereinigten Nettogewinn von 411 Millionen Euro aus, was einer Steigerung von 26 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Das Unternehmen bekräftigte in diesem Zusammenhang seine Prognose für das Gesamtjahr, die einen Nettogewinn zwischen 690 Millionen und 740 Millionen Euro vorsieht.
An der Börse reflektierte der Kurs zuletzt die positive operative Dynamik. Seit Jahresbeginn verzeichnet die Aktie ein Plus von 17 %. Am gestrigen Montag ging das Papier mit einem Schlusskurs von 128,40 € aus dem Handel. Damit beträgt der aktuelle Abstand zum 52-Wochen-Hoch derzeit -10 %.
Im Rahmen einer Liquiditätsvereinbarung erwarb Exane BNP Paribas für die Gruppe in der vergangenen Woche zudem 4.150 eigene Aktien, um die Marktstabilität des Titels zu unterstützen.
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