Elia: 1 Milliarde Euro von EIB für Energieinsel
Veröffentlicht am: 08.09.2026 um 05:27 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der belgische Netzbetreiber Elia hat einen entscheidenden Meilenstein für den Ausbau der Offshore-Windenergie erreicht. Wie das Unternehmen und die Europäische Investitionsbank (EIB) mitteilten, sichert ein neuer Rekordkredit die Finanzierung der künstlichen Energieinsel Prinzessin Elisabeth in der Nordsee ab. Es handelt sich um das größte Darlehen, das die EIB jemals für ein einzelnes Energieprojekt in der Benelux-Region vergeben hat.
Rekord-Finanzierung durch die Europäische Investitionsbank
Am Montag erhielt Elia eine grüne Kreditlinie in Höhe von einer Milliarde Euro. Das Kapital fließt direkt in die erste Phase des Projekts, das rund 45 Kilometer vor der belgischen Küste realisiert wird.
Laut Medienberichten belaufen sich die Gesamtkosten für diesen ersten Bauabschnitt auf etwa 3,6 Milliarden Euro. Mit dem neuen EIB-Darlehen und einer bereits früher gesicherten Summe von 650 Millionen Euro verfügt Elia nun über eine gesicherte Gesamtfinanzierung von 1,6 Milliarden Euro für das Vorhaben.
Die künstliche Insel soll als zentraler Knotenpunkt für den Stromtransport dienen und Kapazitäten für 3,15 bis 3,5 Gigawatt Offshore-Windenergie schaffen. CEO Dunon bezeichnete die Kreditkonditionen als vorteilhaft für das Unternehmen. Die erste Inanspruchnahme der Mittel erfolgte bereits Ende Juli. Das Projekt ist auf eine Lebensdauer von 60 Jahren ausgelegt und soll bis zum Jahr 2031 vollständig in Betrieb gehen.
Strategische Bedeutung für die Energieversorgung
Neben der reinen Stromübertragung dient das Projekt der langfristigen Versorgungssicherheit. Der belgische Minister Crucke bezeichnete die Energieinsel als essenziell für die Stabilität des nationalen Netzes.
Während die erste Phase nun finanziell untermauert ist, gibt es bei der geplanten Erweiterung Verzögerungen. Die zweite Phase, die eine direkte Verbindung zum britischen Stromnetz vorsieht, wurde von der Regierung vorerst ausgesetzt und befindet sich noch in der Diskussion.
Trotz dieser politischen Unsicherheiten bei der Erweiterung zeigt sich die Aktie von Elia robust. Am gestrigen Montag schloss das Papier im Brüsseler Handel bei 120,10 Euro. Damit notiert der Wert seit Jahresbeginn rund 9,1 Prozent im Plus. Der aktuelle Kurs liegt zudem etwa 28 Prozent über dem 52-Wochen-Tief, das im September des vergangenen Jahres markiert wurde.
Operative Fortschritte im belgischen Stromnetz
Parallel zu den Großprojekten in der Nordsee schreitet der Ausbau der landseitigen Infrastruktur voran. Am Montag wurde in Wallonien der Batteriepark Navagne in Betrieb genommen. Mit einer Leistung von 150 Megawatt und einer Kapazität von 600 Megawattstunden ist es der größte Speicherstandort der Region. Die Anlage ist direkt an das Hochspannungsnetz von Elia angeschlossen und soll zur Flexibilität des Stromsystems beitragen.
Die Bedeutung eines stabilen Übertragungsnetzes wird zudem durch aktuelle Sicherheitsforderungen unterstrichen. Laut Reuters fordert der Verband europäischer Übertragungsnetzbetreiber ENTSO-E angesichts steigender Risiken durch Sabotage und Cyberangriffe strengere Schutzmaßnahmen. Dazu gehören EU-weite Mindeststandards für die Sicherheit der Infrastruktur, die auch für die neuen Knotenpunkte in der Nordsee von hoher Relevanz sein dürften.
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