Eli, Lilly

Eli Lilly Aktie: Anleger greifen nach Zahlen zu

Veröffentlicht am: 30.10.2026 um 13:50 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Mehr verkaufte Medikamente und zusätzlicher Patientenzugang stützen Lillys Wachstum; erworbene Forschungsprojekte drücken die Gewinnprognose.
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Eli Lilly wächst kräftig, doch Sondereffekte verstärken das Bild des heute veröffentlichten Quartalsberichts. Der Umsatz stieg im dritten Quartal 2026 auf 24,4 Milliarden US-Dollar. Die erneut erhöhte Umsatzprognose signalisiert anhaltende Nachfrage, während Übernahmeaufwendungen die Gewinnprognose belasten. Anleger gewichten die operative Stärke höher: Die Aktie gewinnt heute 5,7%.

Wie belastbar ist der Umsatzsprung?

Lilly steigerte den Quartalsumsatz gegenüber dem Vorjahr um 39%. Das Absatzvolumen legte um 53% zu, während die realisierten Preise um 15% sanken. Damit trug vor allem die deutlich größere verkaufte Menge das Wachstum.

Für Anleger ist diese Unterscheidung entscheidend. Lilly gleicht niedrigere Preise durch einen kräftigen Mengenzuwachs aus. Das Geschäft expandiert also trotz Preisdrucks. Der ausgewiesene Umsatzanstieg lässt sich allerdings nicht vollständig als wiederkehrendes Wachstum fortschreiben.

Laut Reuters enthielt der Quartalsumsatz rund 900 Millionen US-Dollar an positiven Effekten. Dazu gehörten 410 Millionen US-Dollar an Meilensteinzahlungen für Jardiance. Weitere Zahlungen dieser Art werden nicht erwartet.

Die hohe Nachfrage bleibt damit der zentrale Wachstumstreiber, erhält im Quartalsbericht aber zusätzliche Unterstützung. Wer die Dynamik für die kommenden Quartale beurteilt, sollte diese Effekte vom laufenden Produktgeschäft unterscheiden.

Mounjaro erzielte weltweit 10,72 Milliarden US-Dollar Umsatz und wuchs gegenüber dem Vorjahresquartal um 65%. Zepbound steuerte 5,35 Milliarden US-Dollar bei.

Auch Zepbound legte kräftig zu. Zusammen prägen die beiden Medikamente weiterhin die Geschäftsentwicklung und liefern die wesentliche Grundlage für die höhere Jahresprognose. Die Analysten von J.P. Morgan sehen laut Reuters weiteres Aufwärtspotenzial, besonders außerhalb der USA.

Höherer Umsatz, niedrigere Gewinnprognose

Für 2026 erwartet Lilly nun einen Umsatz von 91–92 Milliarden US-Dollar. Zuvor hatte das Unternehmen 85–87 Milliarden US-Dollar in Aussicht gestellt.

Die Anhebung unterstreicht das Vertrauen in die Nachfrage. Gleichzeitig läuft die Gewinnprognose in die entgegengesetzte Richtung. Dahinter steht jedoch keine entsprechende Verschlechterung des zugrunde liegenden Geschäfts, sondern eine Belastung durch erworbene Forschungs- und Entwicklungsprojekte.

Den bereinigten Jahresgewinn erwartet Lilly nun bei 35–36 US-Dollar je Aktie statt bislang 35,50–36,50 US-Dollar. Die zugrunde liegende Prognose verbesserte sich am Mittelpunkt um 4,07 US-Dollar je Aktie.

Diese Verbesserung reichte nicht aus, um die zusätzlichen Aufwendungen auszugleichen. Die gesenkte Gewinnprognose und die angehobene Umsatzprognose widersprechen sich deshalb nicht: Sie spiegeln unterschiedliche Einflüsse auf die Jahresrechnung wider.

Im dritten Quartal enthielt der bereinigte Gewinn 4,57 US-Dollar je Aktie an erworbenen Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen. Trotzdem erreichte er 7,48 US-Dollar je Aktie und lag damit um 7% über dem Vorjahreswert.

Neue Patienten stützen die Expansion

Zusätzlichen Rückenwind liefert der breitere Zugang zu Adipositasmedikamenten. Nach Angaben von Lilly verschaffte der seit Juli laufende Medicare-Pilot 500.000 Patienten Zugang zu diesen Behandlungen. Davon waren 80% zuvor nicht mit Inkretinen behandelt worden.

Das spricht für eine Erweiterung des behandelten Marktes und nicht allein für einen Wechsel zwischen bestehenden Therapien. CEO David Ricks bezeichnete die rasche Marktausweitung als historisch beispiellos. Zugleich erschwere diese Entwicklung die Prognosen.

Nicht jedes Produkt erfüllt bereits die Erwartungen. Foundayo erzielte einen Quartalsumsatz von 184 Millionen US-Dollar und blieb damit unter den Analystenschätzungen. Für Retatrutide plant Lilly den Antrag auf FDA-Zulassung im ersten Quartal des nächsten Jahres.

Für die Einordnung des Quartals zählt damit mehr als der reine Umsatzsprung: Das laufende Geschäft muss die wegfallenden Sonderbeiträge auffangen. Die höhere Jahresprognose zeigt, dass Lilly trotz sinkender Preise weiteres Wachstum erwartet. Der breitere Patientenzugang liefert dafür einen konkreten Ansatzpunkt.

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