Eli Lilly Aktie: 2,9-Milliarden-Zukauf für MER511
Veröffentlicht am: 04.09.2026 um 11:50 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der US-Pharmakonzern Eli Lilly setzt seinen Expansionskurs im Bereich der Immunologie mit einer Milliardeninvestition fort. Durch die Übernahme von Merida Biosciences und positive Studienergebnisse bei Kombinationstherapien stärkt das Unternehmen seine Position in einem wettbewerbsintensiven Marktumfeld.
Während die Aktie zuletzt eine Konsolidierung vollzog, bewerten Analysten die strategische Ausrichtung und die jüngsten Datenveröffentlichungen positiv.
Milliarden-Zukauf für die Pipeline
Wie das Unternehmen am Montag mitteilte, übernimmt Eli Lilly das Biotechnologie-Unternehmen Merida Biosciences für einen Gesamtpreis von bis zu 2,875 Milliarden US-Dollar. Die Transaktion erfolgt als reiner Barkauf und umfasst eine Vorabzahlung sowie erfolgsabhängige Meilensteinzahlungen. Mit diesem Schritt sichert sich der Konzern den Zugriff auf den vielversprechenden Kandidaten MER511.
Dieser Wirkstoff zeigte in Phase-1-Studien eine deutliche Reduktion pathogener Schilddrüsen-stimulierender Antikörper. MER511 wird primär für die Behandlung von Morbus Basedow und der damit verbundenen endokrinen Orbitopathie entwickelt.
Die Übernahme soll laut Unternehmensangaben im vierten Quartal 2026 abgeschlossen werden. Das Management nutzt damit die starken Cashflows aus dem Geschäft mit Diabetes- und Abnehmpräparaten, um die Pipeline in angrenzenden Therapiegebieten gezielt zu verbreitern.
Erfolge in klinischer Kombinationstherapie
Parallel zur Akquisition präsentierte Eli Lilly am Montag vielversprechende 52-Wochen-Ergebnisse der Phase-3b-Studien TOGETHER-PsO und TOGETHER-PsA. Im Fokus stand die kombinierte Anwendung der Präparate Taltz (Ixekizumab) und Zepbound (Tirzepatid). Die Daten belegen, dass die Kombinationstherapie bei Patienten mit Psoriasis und Psoriasis-Arthritis die Krankheitsaktivität über ein Jahr hinweg stabilisierte oder weiter verbesserte.
Besonders hervorzuheben sind laut Medienberichten die beobachteten metabolischen Effekte nach einem Jahr Behandlungsdauer im Vergleich zur alleinigen Gabe von Taltz. In den Studien wurden keine neuen Sicherheitssignale identifiziert, was die Verträglichkeit der kombinierten Gabe unterstreicht.
Diese Ergebnisse könnten Eli Lilly dabei helfen, seine Marktstellung in der Dermatologie zu festigen, indem bewährte Wirkstoffe mit neuen Therapieansätzen verknüpft werden.
Analysten heben den Daumen
Die jüngsten Entwicklungen stießen bei Experten auf ein positives Echo. Am Dienstag stufte das Analysehaus BMO Capital Markets die Aktie von „Outperform“ auf „Buy“ hoch. Zeitgleich bestätigten die Analysten von Jefferies ihre Kaufempfehlung für den Wert.
Der Markt blickt zudem auf den 14. September, wenn Ilya Yuffa, Executive Vice President von Eli Lilly, auf der Global Healthcare Conference von Morgan Stanley weitere Einblicke in die Strategie geben wird.
An der Börse notiert die Aktie aktuell bei 995,90 Euro. Trotz der jüngsten Seitwärtsbewegung weist das Papier auf Jahressicht ein Plus von 56 Prozent auf. Der Kurs liegt derzeit rund 3,8 Prozent unter dem gleitenden Durchschnitt der letzten 50 Tage, was die aktuelle Phase der Beruhigung nach der Rallye des Sommers widerspiegelt.
Anleger richten ihr Augenmerk nun auf den kommenden Donnerstag, an dem die Quartalsdividende von 1,73 US-Dollar pro Aktie zur Auszahlung kommt. Bereits vor rund einem Monat hatte Eli Lilly die Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2026 auf 85,0 bis 87,0 Milliarden US-Dollar angehoben, gestützt auf das starke Wachstum im zweiten Quartal.
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