Edeka, Tegut-Deal

Edeka: Tegut-Deal schrumpft

Veröffentlicht am: 28.09.2026 um 18:59 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Das Kartellamt genehmigte Edekas Kauf von 178 Märkten; Migros muss für 24 ausgeschlossene Standorte neue Käufer finden.

Edeka darf 178 Tegut-Filialen übernehmen – 24 bleiben außen vor
Regale in einem modernen Supermarkt mit Lebensmitteln bei natürlichem Lichteinfall. Illustration mit AI erstellt.

Das Bundeskartellamt hat entschieden: Edeka darf 178 Filialen der Supermarktkette Tegut übernehmen. Ursprünglich wollte der Handelsriese 202 Standorte erwerben — die Wettbewerbshüter in Bonn strichen 24 davon aus dem Paket.

Kartellamt sieht regionale Marktmacht kritisch

Die Begründung der Behörde ist klar: In einigen Regionen wäre Edekas Marktanteil durch die vollständige Übernahme zu groß geworden. Kartellamtspräsident Andreas Mundt verwies darauf, dass die Zusage Verschlechterungen für Verbraucher in den betroffenen Gebieten verhindern soll. Edeka muss die 24 umstrittenen Filialen deshalb vier Jahre lang unangetastet lassen — nun sucht Tegut-Eigentümerin Migros für diese Standorte neue Käufer.

Zum verbleibenden Paket gehören neben den Supermärkten auch das Tegut-Logistikzentrum, die Bäckerei Herzberger sowie 41 personallose "Teo"-Minimärkte. Die Marke Tegut selbst soll nach der Übernahme verschwinden.

Der Fall zeigt, wie genau die Wettbewerbshüter den deutschen Lebensmittelhandel inzwischen beobachten. Edeka, Rewe, die Schwarz-Gruppe und Aldi vereinten 2025 zusammen mehr als 90 Prozent der bundesweiten Umsätze — eine Konzentration, die das Kartellamt zwar nicht als kollektive Marktbeherrschung einstuft, aber bei Einzeltransaktionen genau prüft.

Parallel zur Edeka-Entscheidung läuft noch das Verfahren um weitere Tegut-Filialen. Die Rewe-Gruppe möchte bis zu 40 Standorte übernehmen, hat dafür bereits Zusagen vorgelegt. Eine Entscheidung steht noch aus, die Prüffrist wurde bis Ende Oktober verlängert. Die Smart-Store-Kette Tante Enso hatte bereits im Juni grünes Licht für 36 Filialen erhalten.

Auf einem anderen Feld baut Edeka Südwest unterdessen sein Angebot in den Märkten aus: Ein Letter of Intent mit der CubeDoc SE sieht ab Januar 2027 ein Pilotprojekt mit Telemedizin-Kabinen in zwei Filialen vor, im E center Überlingen und im Marktkauf Ostfildern. Kunden sollen dort per Videosprechstunde ärztliche Beratung samt Basis-Diagnostik erhalten. Ob daraus ein flächendeckendes Angebot wird, hängt vom Ausgang des Pilotversuchs ab.

Für die Tegut-Übernahme bleibt die zentrale Frage offen, was mit den restlichen Filialen passiert, die weder Edeka noch Rewe noch Tante Enso zugesprochen wurden. Migros muss für diese Standorte innerhalb der kommenden Monate Lösungen finden.

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