EON, Aktie

E.ON Aktie: OVO-Übernahme für 2026 erwartet

Veröffentlicht am: 27.08.2026 um 12:19 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Berenberg stuft E.ON hoch, während Halbjahreszahlen und Prognose überzeugen. Die OVO-Übernahme bleibt behördlich zu prüfen.

E.ON-Aktie: Analysten sehen Chancen trotz Gasnetz-Streit
Abstrakte Darstellung moderner Energieinfrastruktur und Stromnetz-Innovation in einem professionellen, hochwertigen Stil. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Experten am Aktienmarkt bewerten die jüngsten Kursabschläge beim Essener Energiekonzern E.ON zunehmend als Einstiegsgelegenheit. Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht dabei die Reaktion auf neue regulatorische Rahmenbedingungen für die deutschen Gasnetze, die den Aktienkurs zuletzt belastet hatten.

Analysten werten die Marktreaktion auf den Entwurf der Bundesnetzagentur als überzogen und verweisen auf die soliden operativen Kennzahlen sowie die langfristigen Wachstumspläne des DAX-Konzerns.

Analysten sehen Marktüberreaktion bei Gasnetz-Entwurf

Gestern sorgte eine Hochstufung durch das Analysehaus Berenberg für Zuversicht unter den Anlegern. Die Experten hoben die Einstufung für E.ON von „Hold“ auf „Buy“ an und erhöhten das Kursziel von 19,30 Euro auf 21,00 Euro. Als wesentlichen Grund nannten sie eine Überreaktion des Marktes auf den Mitte August veröffentlichten Entwurf der Bundesnetzagentur zur Gasnetzverzinsung für die fünfte Regulierungsperiode ab 2028.

Der Entwurf sieht eine pauschalierte Kapitalverzinsung von 3,76 Prozent vor, wobei der Eigenkapitalzinssatz auf 5,76 Prozent steigen soll, verglichen mit den bisherigen 5,07 Prozent. Während Marktteilnehmer zunächst skeptisch reagierten, betonen Fachleute, dass dieser Entwurf ausschließlich die Gasnetze betrifft.

Die für den Konzern ebenfalls hochrelevante Verzinsung der Stromnetze wird erst im kommenden Jahr in einem separaten Verfahren entschieden. Auch die Analysten von Barclays hatten bereits Mitte August ihr Kursziel auf 20,00 Euro angehoben, wenngleich sie die Einstufung „Equal-Weight“ beibehielten.

Im heutigen Handel notiert die Aktie bei 17,75 Euro und liegt damit etwa 13 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 20,44 Euro, das Mitte März erreicht wurde. Der aktuelle Kursstand verdeutlicht die kurzfristige Schwächephase, in der das Papier einen Abstand zum 50-Tage-Durchschnitt von -4,2 Prozent aufweist.

Gerichtliche Prüfung der Fernwärmepreise

Neben regulatorischen Fragen beschäftigen rechtliche Auseinandersetzungen das Unternehmen. Am Montag fand vor dem Oberlandesgericht Hamm eine mündliche Verhandlung zu den Fernwärme-Preisklauseln von E.ON statt. In diesem Verfahren geht es um Vorwürfe bezüglich der Rechtmäßigkeit von Preisanpassungen in der Vergangenheit.

Medienberichten zufolge sieht das Gericht Verstöße bei den verwendeten Klauseln. Eine endgültige rechtliche Klärung steht noch aus, stellt jedoch einen Faktor dar, den Investoren im Bereich der Wärmesparte genau beobachten.

Trotz dieser juristischen Unsicherheiten bleibt die operative Basis des Konzerns stabil. Vor rund zwei Wochen präsentierte das Management die Zahlen für das erste Halbjahr 2026. Das bereinigte EBITDA stieg um ein Prozent auf 5,4 Milliarden Euro, während der bereinigte Konzernüberschuss um fünf Prozent auf 1,9 Milliarden Euro kletterte. E.ON bestätigte in diesem Zuge die Jahresprognose, die ein bereinigtes EBITDA zwischen 9,4 und 9,6 Milliarden Euro vorsieht.

Expansionskurs und Investitionsziele im Fokus

Ein wesentlicher Treiber für die künftige Bewertung dürften die massiven Investitionen in die Infrastruktur sein. Berenberg prognostiziert für den Zeitraum 2026 bis 2030 Gesamtinvestitionen von 49,7 Milliarden Euro, was sogar leicht über den vom Unternehmen selbst geplanten 48 Milliarden Euro liegt.

Allein im ersten Halbjahr wurden über 130.000 neue Netzanschlüsse in Deutschland realisiert und zusätzliche erneuerbare Erzeugungskapazitäten von mehr als 5 Gigawatt in das Verteilnetz integriert.

International treibt E.ON zudem die Expansion voran. Die geplante Übernahme des britischen Energieanbieters OVO, durch die die Kundenzahl in Großbritannien von 5,6 Millionen auf rund 9,6 Millionen steigen würde, befindet sich derzeit in der Prüfung durch die dortigen Wettbewerbsbehörden.

Ein Abschluss der Transaktion wird für die zweite Jahreshälfte 2026 erwartet. Diese strategischen Schritte unterstreichen den Fokus des Konzerns, seine Position als einer der führenden europäischen Verteilnetzbetreiber und Anbieter von Kundenlösungen weiter auszubauen.

Anzeige

E.ON-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue E.ON-Analyse vom 27. August liefert die Antwort:

Die neusten E.ON-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für E.ON-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 27. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

E.ON: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Disclaimer...

de | DE000ENAG999 | EON | boerse | 70008076 |