DWS Aktie: Hoops gerät wegen Fondsliquidität unter Druck
Veröffentlicht am: 21.09.2026 um 02:54 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Führung des Fondsanbieters DWS steht im Bereich der offenen Immobilienfonds vor einer Bewährungsprobe. Laut einem Bericht des Manager Magazins vom 15. September gerät CEO Stefan Hoops wegen anhaltender Liquiditätssorgen bei diesen Anlageprodukten unter Druck. Im Fokus steht dabei vor allem der Flaggschiff-Fonds Grundbesitz Europa.
Die Reserven des Portfolios sind spürbar geschrumpft. Ende August lag die Liquiditätsquote des Grundbesitz Europa bei 5,8 Prozent. Damit verharrt der Fonds nur noch knapp über der gesetzlichen Mindestgrenze von 5 Prozent.
Für das Fondsmanagement verengt sich dadurch der Handlungsspielraum. Offene Immobilienfonds müssen ausreichende Barmittel vorhalten, um mögliche Anteilsrückgaben von Anlegern bedienen zu können, ohne Immobilien unter Wert veräußern zu müssen.
Umbau im ETF-Portfolio und neuer Markenauftritt
Während das Management an Lösungen für die Immobilienprodukte arbeitet, treibt die DWS Group Anpassungen im Angebot börsengehandelter Indexfonds voran. Am 14. September wandelte das Unternehmen den Xtrackers MSCI EAFE Selection Equity ETF in den Xtrackers Bloomberg Developed Markets Ex US Equity ETF um. Der Fonds bildet den Bloomberg Developed Markets ex US Core Markets Index ab und weist eine Kostenquote von 0,03 Prozent auf.
Mit der Benchmark-Umstellung reagiert der Konzern auf den anhaltenden Wettbewerb im ETF-Segment, in dem niedrige Verwaltungskosten und klare Indexprofile für institutionelle wie private Anleger eine zentrale Rolle spielen.
Zudem bereitet das Haus eine Neuausrichtung des Markenauftritts vor. Wie die DWS Group am 8. September ankündigte, führt das Unternehmen ab November 2026 weltweit die Dachmarke Deutsche Asset Management ein. Der Rollout soll bis März 2027 abgeschlossen sein. Der offizielle Firmenname sowie das Börsenkürzel DWS bleiben unverändert bestehen.
Kursplus seit Jahresbeginn und Analystenurteil
An der Börse zeigte sich der Titel zuletzt trotz der Herausforderungen im Immobiliensektor vergleichsweise gefestigt. Am Freitag ging die Aktie bei einem Schlusskurs von 73,55 Euro aus dem Handel. Seit Jahresanfang verzeichnet das Papier damit einen Wertzuwachs von 30 Prozent und notiert derzeit 6,3 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch.
Anleger bewerten derzeit das Zusammenspiel aus den operativen Risiken im Sachwertebereich und dem anhaltenden Wachstum im passiven Geschäft.
Unterstützung kam zuletzt von Analystenseite. Medienberichten zufolge stufte das Analysehaus Jefferies die Aktie am 7. September von „Hold“ auf „Buy“ hoch. Gleichzeitig hoben die Experten ihr Kursziel von 51 auf 90 Euro an.
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