DWS Aktie: Barclays bleibt trotz Zielanhebung neutral
Veröffentlicht am: 02.11.2026 um 19:28 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie DWS hält an ihrer Wachstumsambition fest, überzeugt damit aber nicht alle Analysten. Das zeigen die Einschätzungen vom Donnerstag: Barclays hob sein Kursziel leicht an und verwies auf den Ergebnisanspruch des Managements. Für Anleger steht damit die Frage im Mittelpunkt, wie sich die starken Mittelzuflüsse in höhere Ergebnisse übersetzen lassen.
Barclays verweist auf Ergebniswachstum
Medienberichten zufolge erhöhte Barclays am Donnerstag das Kursziel von EUR 65 auf EUR 66. Die neutrale Einstufung behielt das Haus bei. Analyst Michael Sanderson passte seine Schätzungen nach der Telefonkonferenz zum Quartalsbericht an.
Die leichte Zielanhebung ist damit kein uneingeschränktes Kaufsignal. Sie verbindet eine etwas höhere Bewertung mit einer weiterhin abwartenden Haltung gegenüber der Aktie. Entscheidend ist die vom Management bekräftigte Ergebnisambition.
Nach Sandersons Darstellung hielt die Unternehmensführung an ihrem Anspruch von 10 bis 15 Prozent Ergebniswachstum fest. DWS bestätigte zudem mit der Veröffentlichung der Quartalszahlen ihre Prognose.
Goldman bleibt vorsichtiger
Die beiden Einschätzungen setzen unterschiedliche Akzente. Während Barclays die Wachstumsambition hervorhebt, senkte Goldman Sachs seine Gewinnerwartungen nach dem Quartalsbericht. Damit bleibt die Ertragsentwicklung der zentrale Prüfstein für die Bewertung.
Goldman Sachs bestätigte die Verkaufsempfehlung.
Grundlage waren der Quartalsbericht, Aussagen des Managements und jüngste Marktentwicklungen. Der Gegensatz zu Barclays liegt somit nicht allein in der Richtung der Kurszieländerung. Die Häuser kommen auch bei der Anlageempfehlung zu unterschiedlichen Schlussfolgerungen.
Zuflüsse müssen sich im Ergebnis zeigen
Für die Wachstumsambition liefert das Kundengeschäft einen wichtigen Anknüpfungspunkt. Vor gut einer Woche meldete DWS Rekord-Nettomittelzuflüsse von EUR 30,9 Mrd. einschließlich Cash-Produkten und Advisory Services. Dem standen Erträge von EUR 784 Mio. und ein Vorsteuergewinn von EUR 325 Mio. gegenüber.
Die Gewinn- und Kostenzahlen enttäuschten allerdings die Erwartungen. Der starke Zufluss von Anlegergeld reichte damit nicht aus, um auch beim Ergebnis positiv zu überraschen.
Das Kosten-Ertrags-Verhältnis verschlechterte sich gegenüber dem Vorjahr von 57,7 auf 58,6 Prozent. Genau hier liegt die Verbindung zwischen den Rekordzuflüssen und der Analystenskepsis: Für eine überzeugendere Ertragsentwicklung muss DWS das zusätzliche Geschäft profitabel umsetzen. Die bestätigte Prognose und die Wachstumsambition geben dafür den Maßstab vor, ersetzen aber nicht den Ergebnisnachweis.
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