DraftKings, Aktie

DraftKings Aktie: Predictions kosten Vertrauen

Veröffentlicht am: 06.11.2026 um 00:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de
DraftKings verfehlt im dritten Quartal die Erwartungen und senkt den Umsatzausblick für 2026; auch die EBITDA-Ziele bleiben unter Konsens.
Abstrakte Darstellung von Risiko und Volatilität im Bereich Sportwetten mit stimmungsvoller Beleuchtung. Illustration mit AI erstellt.

Die Zahlen kamen nach Handelsschluss, und die Reaktion fiel heftig aus. DraftKings verfehlte im dritten Quartal die Erwartungen, kappte die Umsatzprognose für 2026 und legte für 2027 einen Gewinnausblick vor, der deutlich unter dem Marktkonsens liegt. Die Aktie brach nachbörslich um gut 25 Prozent auf 17,60 Dollar ein.

Wachstum ja, Gewinn nein

Der Umsatz stieg um 16 Prozent auf 1,33 Milliarden Dollar. Das reichte nicht: Analysten hatten mit rund 1,41 Milliarden gerechnet. Der bereinigte Verlust je Aktie lag bei 0,53 Dollar, erwartet worden waren 0,36 Dollar. Unter dem Strich stand ein Nettoverlust von 468,7 Millionen Dollar, nach 256,8 Millionen im Vorjahr.

Operativ sieht das Bild gemischt aus. Die Zahl der monatlich zahlenden Nutzer wuchs um 13 Prozent auf 4,1 Millionen, der Umsatz je Nutzer stieg um 3 Prozent. Das Sportwettengeschäft legte kräftig zu, das iGaming-Geschäft nur leicht.

Die Wette auf Prognosemärkte

Der Kostentreiber heißt Predictions. Der Konzern pumpt deutlich mehr Geld in sein Geschäft mit Event-Kontrakten, die unter Aufsicht der US-Derivatebehörde CFTC laufen. Für 2026 plant er dafür einen bereinigten EBITDA-Einsatz von 650 bis 700 Millionen Dollar. Der bereinigte EBITDA lag im Quartal bei minus 316,9 Millionen Dollar, nach minus 126,5 Millionen ein Jahr zuvor.

Das Management argumentiert, das Kerngeschäft erwirtschafte reichlich freien Cashflow, der das Wachstum bei Predictions mit attraktiven Amortisationszeiten finanziere. Mehr als 1,6 Millionen Kunden haben die Plattform seit Jahresbeginn genutzt. Umsatz soll Predictions 2026 allerdings kaum bringen, weil Neukundenaktionen den Großteil der Bruttoerlöse auffressen.

Prognosen unter Konsens

Die Umsatzprognose für 2026 liegt nun bei 6,35 bis 6,55 Milliarden Dollar. Der Mittelwert von 6,45 Milliarden bleibt unter den erwarteten 6,65 Milliarden. Das bereinigte EBITDA soll nur noch 175 bis 275 Millionen Dollar erreichen.

Für 2027 peilt DraftKings einen Umsatz von 7,35 bis 7,75 Milliarden Dollar an. Beim bereinigten EBITDA stehen 800 Millionen bis 1 Milliarde Dollar im Plan, der Markt hatte rund 1,12 Milliarden erwartet. Das Kerngeschäft allein soll 1,15 bis 1,25 Milliarden verdienen, Predictions drückt das Ergebnis also um etwa 300 Millionen Dollar.

Verstärkt wurde der Kursrutsch durch die Vorgeschichte. Die Aktie war in den sechs Wochen vor der Zahlenvorlage um etwa 20 Prozent gestiegen, getragen von Hoffnungen auf mildere Regulierung nach den Wahlen. Diese Erwartungen lösten sich nun auf. Mit 17,60 Dollar notiert das Papier unter dem bisherigen Jahrestief von 18,35 Dollar.

Am Freitag, 6. November, erläutert das Management die Zahlen von 8:30 bis 9:15 Uhr Ostküstenzeit in einer Telefonkonferenz. Dort dürfte sich zeigen, wie die Führung den Zielkonflikt zwischen Predictions-Investitionen und kurzfristiger Profitabilität begründet.

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