Draegerwerk Aktie: Zölle verzerren das Ergebnis
Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 20:23 Uhr | Redaktion boerse-global.deDas EBIT von Dräger springt nach neun Monaten um fast die Hälfte. Der Grund liegt aber nicht allein im Tagesgeschäft: Rückerstattete US-Zölle aus dem Vorjahr polstern das Ergebnis kräftig auf. Im dritten Quartal selbst ging der operative Gewinn sogar zurück.
Zollrückerstattung als Ergebnistreiber
Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern stieg auf 111,8 Millionen Euro, nach 77,1 Millionen im Vorjahreszeitraum. Die EBIT-Marge verbesserte sich von 3,3 auf 4,6 Prozent. Einmaleffekte aus Zollrückerstattungen trugen 27,9 Millionen Euro bei, davon allein 20,1 Millionen im dritten Quartal. Die Bruttomarge profitierte damit um rund einen Prozentpunkt.
Gleichzeitig belasten im laufenden Jahr gezahlte US-Zölle von 25,8 Millionen Euro. Sie sind nach heutiger Rechtslage nicht erstattungsfähig. Unter dem Strich gleichen sich Rückerstattung und neue Zollkosten also weitgehend aus.
Das dritte Quartal zeigt das deutlicher. Das EBIT sank von 56,7 auf 48,0 Millionen Euro, die Marge fiel auf rund 5,6 Prozent. Die Funktionskosten lagen über neun Monate 5,6 Prozent über dem Vorjahr, getrieben von Personal, Logistik und IT.
Sicherheitstechnik zieht, Medizintechnik schwächelt
Der Umsatz wuchs währungsbereinigt um 5,3 Prozent auf 2,45 Milliarden Euro. Beide Segmente legten zu, die Sicherheitstechnik mit 6,5 Prozent etwas stärker als die Medizintechnik mit 4,4 Prozent. Im dritten Quartal bremste sich das Wachstum allerdings auf nur noch 1,0 Prozent ab.
Beim Auftragseingang zeigt sich ein gespaltenes Bild. Die Sicherheitstechnik legte über neun Monate um 13,1 Prozent zu, im dritten Quartal sogar um gut 20 Prozent. Treiber war Deutschland, wo ein Großauftrag im Verteidigungsgeschäft zu Buche schlug.
Die Medizintechnik verlor dagegen 3,5 Prozent. Das liegt teils am hohen Vorjahreswert durch einen Großauftrag aus Mexiko. Im dritten Quartal kam zusätzliche Schwäche in der Region EMEA hinzu, denn die Nachfrage im Nahen Osten ist wegen des anhaltenden Iran-Konflikts stark zurückgegangen. Die Medizintechnik bleibt mit einer EBIT-Marge von minus 0,7 Prozent über neun Monate das Sorgenkind, die Sicherheitstechnik erreicht 11,2 Prozent.
Prognose bleibt unverändert
Der Vorstand bestätigt die Jahresziele: ein währungsbereinigtes Umsatzplus von 2 bis 6 Prozent und eine EBIT-Marge von 6 bis 8 Prozent. Konzernchef Stefan Dräger zeigt sich zuversichtlich, diese zu erreichen.
Das setzt allerdings ein starkes Schlussquartal voraus. Nach neun Monaten steht die Marge bei 4,6 Prozent, und selbst inklusive der Zolleffekte liegt sie damit klar unter der Spanne. Der Konzern muss im vierten Quartal also deutlich über dem Niveau des dritten liegen, um das untere Ende von 6 Prozent zu erreichen. Die Aktie notierte zur Veröffentlichung bei 104,10 Euro und damit unverändert zum Vortag.
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