Draegerwerk Aktie: FDA hebt US-Beschränkungen auf
Veröffentlicht am: 15.10.2026 um 23:47 Uhr | Redaktion boerse-global.deTrotz des operativen Margendrucks im Sommer blickt das Analysehaus MWB Research weiterhin zuversichtlich auf das Gesamtjahr von Drägerwerk. Das Institut stuft die Vorzugsaktie unverändert mit „Kaufen“ ein und belässt das Kursziel bei 135,00 Euro.
Zwar senkte Analyst Harald Hof die Gewinnschätzungen für das Gesamtjahr 2026, behielt seine mittelfristigen Annahmen jedoch bei. Ein wesentlicher Grund für den Optimismus liegt in der Saisonalität des Geschäfts: Historisch erwirtschaftete der Lübecker Konzern bis zu 60 Prozent seines jährlichen operativen Ergebnisses im vierten Quartal.
Impulse durch Sicherheitstechnik und US-Markt
Fundamentale Unterstützung erhält Drägerwerk durch einen anziehenden Auftragseingang. Im dritten Quartal kletterten die Bestellungen um 8,2 Prozent auf 926 Millionen Euro. Als zentraler Treiber erwies sich dabei die Sparte Sicherheitstechnik, deren Auftragseingang um rund 20 Prozent zulegte.
Zusätzlichen Spielraum für das Medizintechnikgeschäft eröffnet die Aufhebung von behördlichen Restriktionen: Für das US-Patientenmonitoring wurden kürzlich bestehende FDA-Beschränkungen aufgehoben.
Auf Neunmonatssicht summierte sich der Auftragseingang des Konzerns auf 2,674 Milliarden Euro nach 2,594 Milliarden Euro im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Der Umsatz stieg in den ersten neun Monaten von 2,3435 Milliarden auf 2,454 Milliarden Euro, während sich die Bruttomarge von 45,1 auf 46,8 Prozent verbesserte.
Jahresprognose bleibt intakt
Das Management hält an den Zielmarken für das Gesamtjahr fest. Erwartet wird weiterhin ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum in einer Bandbreite von 2,0 bis 6,0 Prozent sowie eine operative EBIT-Marge zwischen 6,0 und 8,0 Prozent. In den ersten neun Monaten lag die EBIT-Marge bei 4,6 Prozent.
Die Bestätigung der Jahresziele erfolgt vor dem Hintergrund gestiegener Funktionskosten. Im dritten Quartal erzielte das Unternehmen ein operatives Ergebnis von rund 48 Millionen Euro nach knapp 57 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Das Ergebnis enthielt dabei Zollrückerstattungen in Höhe von 20,1 Millionen Euro. Der Quartalsumsatz stieg nominal um 2,1 Prozent auf rund 851 Millionen Euro, währungsbereinigt lag das Plus bei 1,0 Prozent.
Am Aktienmarkt reagierten die Anleger dennoch verschnupft auf die kurzfristige Kostenbelastung. Die Vorzugsaktie notiert heute bei 96,60 Euro, was einem Tagesverlust von 8,9 Prozent entspricht. Vom 52-Wochen-Hoch bei 126,00 Euro hat sich das Papier damit weiter entfernt. Dennoch steht die Bewährungsprobe für das Erreichen der Jahresziele erst mit den traditionell auslieferungsstarken letzten Monaten des Jahres an.
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