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Dow Jones: Zoll-Eskalation trotzt Nvidia-Nervosität

Veröffentlicht am: 25.08.2026 um 10:06 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der Dow Jones gewinnt dank Stahlwerten im Zollstreit mit Kanada, während Chip-Aktien vor den Nvidia-Zahlen deutlich nachgeben.

Dow Jones: Handelskonflikt stützt Index trotz schwacher Tech-Werte
Blick auf einen modernen Handelsraum mit verschwommenen Personen vor einer Skyline bei Sonnenuntergang. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Während sich die Wall Street zwei Tage vor den Nvidia-Zahlen in Zurückhaltung übt, bleibt der Dow Jones der ruhende Pol im Marktgeschehen. Der Index legte zuletzt um rund 0,3 Prozent zu und notierte über 53.400 Punkte, während S&P 500 und Nasdaq im Minus schlossen. Die Divergenz hat einen klaren Grund: Stahl- und Industriewerte profitieren derzeit von genau jenem Handelskonflikt, der andernorts für Nervosität sorgt.

Zollstreit mit Kanada treibt Stahlwerte

Die USA drohen Kanada mit einem Zollsatz von 50 Prozent auf Autos, Lastwagen und Fahrzeugteile ab dem 1. Januar 2027, nachdem die Verhandlungen gescheitert sind. Kanada kündigte Vergeltungsmaßnahmen an — Premierminister Mark Carney signalisierte Gegenzölle, während Ontarios Regierungschef Doug Ford vorschlug, Energie- und Rohstoffexporte wie Nickel, Uran und Elektrizität als Druckmittel einzusetzen.

Für den Dow zahlt sich das aus. Stahltitel wie Steel Dynamics und Nucor legten kräftig zu, gestützt von der Aussicht auf Zölle gegen kanadischen Stahl und Aluminium. Der Index profitiert damit von seiner Zusammensetzung aus Industrie- und Grundstoffwerten — ein Kontrast zum technologielastigen Nasdaq, der unter dem breiteren Verkaufsdruck bei Chipwerten leidet.

Nvidia-Zahlen als Belastung für Tech, nicht für den Dow

Nvidia, Intel und AMD verloren jeweils rund 3 Prozent, Speicherchip-Werte wie Micron und Sandisk büßten sogar etwa 6 Prozent ein. Der Druck wächst im Vorfeld der Nvidia-Quartalszahlen, die als Gradmesser für die KI-Erwartungen gelten. Dem Dow schadet das kaum, da er im Vergleich zu den Tech-Indizes deutlich geringer im Halbleitersektor gewichtet ist.

Hinzu kommt geopolitischer Druck: Die USA verschärfen ihre Sanktionspolitik gegen Iran, US-Finanzminister Scott Bessent kündigte Maßnahmen gegen Erdölhandel, Schifffahrt und Kryptowährungen an — auch mit Blick auf China als Handelspartner Teherans. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen bewegt sich unterdessen weiter nahe Mehrmonatshochs, was zinssensible Technologiewerte zusätzlich belastet, während der Dow davon relativ unberührt bleibt.

Die kommenden Tage dürften über die Richtung entscheiden: Am Mittwoch legt Nvidia Zahlen vor, am Freitag hält Notenbankchef Kevin Warsh seine erste Rede beim Treffen in Jackson Hole. Bleibt der Dow von der Tech-Schwäche verschont, könnte sich die Kluft zwischen den Indizes in dieser Woche weiter vertiefen.

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