Donaldson Aktie: Neuer CEO, alte Stärke
Veröffentlicht am: 03.11.2026 um 01:12 Uhr | Redaktion boerse-global.deRekordzahlen, volle Auftragsbücher und eine milliardenschwere Übernahme: Donaldson-Chef Rich Lewis hat auf einer Automotive-Konferenz seinen Kurs skizziert. Er räumte aber auch ein, dass es im Industriegeschäft hakt. Parallel dazu stellte der Filtrationsspezialist eine neue Produktplattform für die Life-Sciences-Sparte vor.
Ausblick 2027 mit Rekordambitionen
Für das neue Geschäftsjahr peilt Donaldson im Mittel ein Umsatzplus von 7,5 Prozent an. Die operative Marge soll um 90 Basispunkte auf 16,9 Prozent steigen, der Gewinn je Aktie um 8 Prozent. Lewis sieht langfristig Margen in den 20er-Prozentwerten als "gut erreichbar" an.
Rückenwind kommt aus der Auftragslage. Nahezu alle rund 20 Berichtseinheiten melden laut Lewis starken Auftragseingang und hohe Backlogs. So etwas habe er in 24 Jahren im Unternehmen kaum erlebt. Schwach bleibt der Nahe Osten, wo Kunden Wartungszyklen überspringen. Auf andere Regionen greife das bislang nicht über.
Facet und die Baustelle Industrial
Die Übernahme von Facet Filtration für 830 Millionen Dollar ist die größte der Firmengeschichte. Facet liefert Treibstofffilter für zivile und militärische Luftfahrt und gehört zu zwei führenden Anbietern weltweit. Die Marge liegt etwa doppelt so hoch wie bei Donaldson. Das Geschäft musste aus kartellrechtlichen Gründen aus dem Verkauf der Filtration Group an Parker herausgelöst werden.
Selbstkritisch äußerte sich Lewis zum Segment Industrial Solutions. Die Umsetzung dort habe nicht den eigenen Standards entsprochen, die Korrektur sei die erste Priorität. Mittelfristig soll der Anteil margenstarker Ersatzteile von etwa 50 auf rund 70 Prozent steigen. Der Stromerzeugungsbereich profitiert derweil vom Rechenzentrumsboom, teils sind Kapazitäten zwei bis drei Jahre im Voraus gebucht.
Kosten, Bilanz und neue Filtertechnik
Steigende Ölpreise verteuern Harze und Filtermedien. Donaldson reicht die Inflation per Preiserhöhungen weiter und federt sie über Einkauf und Materialumstellungen ab. Nachfrageeinbußen sehe man bisher nicht.
Die Verschuldung liegt bei rund dem 1,25-Fachen. Für einen strategisch überzeugenden Zukauf würde das Management sie bis unter das Doppelte erhöhen. Die Dividende steigt seit 30 Jahren in Folge, jährlich kauft Donaldson üblicherweise 2 bis 3 Prozent der Aktien zurück.
Am Montag kündigte das Unternehmen zudem die Alpha-Pore-Technologie an, eine Plattform für die Sterilfiltration im LifeTec-Portfolio. Unter Testbedingungen soll sie bis zu 2,5-mal längere Laufzeiten gegenüber herkömmlichen PES-Patronen erreichen, bei konstantem Durchfluss und Sterilität. Die Filter sind für bis zu 150 Sterilisationszyklen ausgelegt.
Einen detaillierteren Mittelfristplan will Lewis auf einem Investor Day im kommenden Jahr vorstellen. Dann soll es um die nächsten drei Jahre gehen.
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