DocMorris, Aktie

DocMorris Aktie: Pfändung in den Niederlanden

Veröffentlicht am: 05.10.2026 um 13:11 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die Apothekerkammer Nordrhein setzte eine Pfändung durch; DocMorris geht dagegen vor und beziffert den Betrag als begrenzt.

DocMorris: Niederländische Pfändung und Berufung im Apothekerstreit
Ein hölzerner Auktionshammer auf dunklem Marmor, der eine angespannte rechtliche und finanzielle Situation symbolisiert. Illustration mit AI erstellt.

Im jahrelangen Streit mit deutschen Apothekern muss DocMorris einen Rückschlag verkraften. Auf Drängen der Apothekerkammer Nordrhein wurde bei der Versandapotheke Geld in den Niederlanden gepfändet. Die Aktie gab an der SIX zeitweise 3,75 Prozent auf 12,33 Franken nach.

Ordnungsgelder aus einem alten Verfahren

Den Ausgangspunkt bilden Gerichtsverfahren in Stuttgart, die DocMorris verlor. Es ging um die Art der Werbung samt Rabatten. Nach Ansicht der Kläger machte das Unternehmen trotz der Niederlagen einfach weiter. Sie beantragten deshalb Ordnungsgelder in Deutschland, doch dieser Weg verlief im Sande.

Die Apotheker wichen daraufhin auf die Niederlande aus. Dort setzten sie in erster Instanz durch, dass gepfändet werden durfte. DocMorris sitzt zwar kurz hinter der Grenze bei Aachen, erzielt sein Geschäft aber weitgehend in Deutschland.

DocMorris winkt ab und geht in Berufung

Das Unternehmen spielt die Bedeutung herunter. Es handele sich "lediglich um die Durchsetzung administrativer Ordnungsgelder" in Höhe eines hohen fünfstelligen bis geringen sechsstelligen Euro-Betrages. Der isolierte Rechtsstreit aus dem Jahr 2020 habe keine strategische Relevanz und keine Auswirkungen auf Geschäft oder finanzielle Stabilität.

Dennoch legt DocMorris Berufung ein. Man wolle die Rechtslage abschließend klären lassen.

Der Konflikt reicht allerdings über diesen Einzelfall hinaus. Alteingesessene Apotheken tragen die Kosten ihrer Vor-Ort-Betriebe und kritisieren ungleiche Wettbewerbsbedingungen. Sie warnen vor Schäden für die stationäre Versorgung, falls ihnen die Online-Konkurrenz Umsatz abnimmt.

DocMorris hält dagegen: Ein Anbieter aus dem EU-Ausland dürfe nicht europarechtswidrig benachteiligt werden. Als Kapitalgesellschaft, die Medikamente verkauft, darf das Unternehmen seinen Sitz ohnehin nicht in Deutschland haben, denn dieses Geschäft ist hierzulande Apothekern vorbehalten.

Analysten sehen wenig Luft nach oben

Der Kursrückgang trifft eine Aktie, die auf Sicht von drei Monaten deutlich zugelegt hat. Die Kursziele der Analysten liegen zwischen 10 und 12 Franken und damit unter dem aktuellen Niveau. Die Berufung dürfte den Rechtsstreit verlängern, die finanzielle Dimension bleibt nach Unternehmensangaben im überschaubaren Bereich.

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