Diageo Aktie: Analyst rät bei Schwäche zu kaufen
Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 14:54 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein Wechsel an der Finanzspitze sorgt bei Diageo für Bewegung — nicht in der Strategie, sondern im Kurs. Die Aktie gab am Mittwoch im Londoner Handel zeitweise um 0,76 Prozent auf 16,26 Pfund nach, nachdem der Spirituosenkonzern den Abgang von Finanzchef Nik Jhangiani bekanntgegeben hatte.
Nachfolgerin wird Joanne Wilson, derzeit CFO beim Werbekonzern WPP. Sie soll im Verlauf des Jahres 2027 in Vorstand und Executive Committee von Diageo einziehen. Wilson hat bei WPP eine Kündigungsfrist von zwölf Monaten einzuhalten, ein genaues Abschiedsdatum steht noch nicht fest. WPP selbst kündigte bereits einen formellen Suchprozess für die eigene Nachbesetzung an und bestätigte, dass der Ausblick für 2026 unverändert bleibt.
Warum der Abgang schmerzt
Jhangiani kam 2024 von Coca-Cola Europacific Partners zu Diageo und übernahm im vergangenen Jahr zwischenzeitlich sogar die Rolle des Interims-CEO. Bei Investoren genoss er einen guten Ruf — vor allem wegen seines konsequenten Fokus auf Zielerreichung, Wachstum und Barmittelentwicklung.
CEO Sir Dave Lewis begründete den Zeitpunkt des Wechsels damit, dass die neue Unternehmensstrategie inzwischen stehe und sich damit ein passender Moment für den Führungswechsel ergebe.
Das Analysehaus Jefferies bewertet den Personalwechsel differenziert. Analyst Edward Mundy rechnet mit einer negativen Marktreaktion, da Jhangiani eine zentrale Rolle bei der aktuellen Strategie gespielt habe. Wilson schätzt er dennoch als gute Wahl ein. Jefferies beließ die Einstufung für Diageo bei "Buy" mit einem Kursziel von 2.200 Pence und empfiehlt, Kursschwächen infolge der Nachricht für einen Einstieg zu nutzen.
Wilson bringt Erfahrung aus der Getränkebranche mit — vor ihrer Zeit bei WPP war sie in Finanz- und kaufmännischen Positionen beim Getränkehersteller Britvic tätig. Diese Nähe zum Kerngeschäft dürfte den Übergang für Diageo erleichtern, auch wenn der Wechsel erst 2027 vollzogen wird.
Bis dahin bleibt Jhangiani im Amt und begleitet die Übergabe. Wie der Markt die Personalie langfristig einordnet, wird sich erst zeigen, wenn Wilson ihre ersten operativen Akzente als designierte Finanzchefin setzt.
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