Deutsche Telekom Aktie: SpaceX-Sorgen teilweise entschärft
Veröffentlicht am: 19.10.2026 um 02:18 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie Erholung der Deutschen Telekom nach dem Abverkauf vom 9. Oktober beruhte Medienberichten zufolge zunächst auf einer Neubewertung der Wettbewerbsrisiken durch SpaceX. Ein neuer positiver Nachrichtenauslöser stand demnach nicht dahinter.
Der Bericht vom 13. Oktober beschrieb die Gegenbewegung als teilweise Rücknahme der ersten Sorgen. Für Anleger ist das ein wichtiger Unterschied: Eine nachlassende Risikowahrnehmung ist noch keine Verbesserung der Geschäftsaussichten.
Auslöser der Verunsicherung war der gemeldete Erwerb von Frequenzen im US-800-MHz-Band durch SpaceX. Damit verband sich die Sorge, das Unternehmen könne zum direkten Wettbewerber von T-Mobile US werden. Die befürchtete Konkurrenz ist dabei von bereits eingetretenen geschäftlichen Belastungen zu unterscheiden.
Am Freitag gewann die Telekom-Aktie 1,1%. Der Tagesanstieg allein beantwortet allerdings nicht, wie stark ein möglicher neuer Wettbewerber das Geschäft künftig beeinflussen könnte.
Rückkäufe laufen weiter
Parallel zur Marktdebatte setzte die Deutsche Telekom ihren Aktienrückkauf fort. Nach der am 12. Oktober veröffentlichten Zwischenmeldung erwarb sie vom 5. bis 9. Oktober insgesamt 4.272.881 eigene Aktien.
Die Rückkäufe und die Erholung sollten dennoch nicht gleichgesetzt werden. Der Bericht über die Gegenbewegung führte diese auf eine teilweise Rücknahme des SpaceX-Schocks zurück. Das Rückkaufprogramm ist somit ein eigenständiger Bestandteil der Anlegerabwägung – kein Ersatz für die Bewertung der operativen Perspektiven.
Geschäftliche Ziele bleiben der Maßstab
Am 5. Oktober bestätigte die Telekom beim KI-Investorentag ihre Prognose und die mittelfristigen Ziele. Außerhalb der USA erwartet sie für 2026 rund 250 Millionen Euro KI-bezogenen Unternehmensumsatz. Bis 2030 soll dieser Wert rund 800 Millionen Euro erreichen.
Zugleich stellte das Unternehmen bis dahin rund 2,5 Milliarden Euro Einsparungen bei indirekten Kosten gegenüber 2023 in Aussicht. Das sind Zielgrößen, keine bereits erzielten Ergebnisse. Sie zeigen jedoch, welche Umsatz- und Kosteneffekte die Telekom unabhängig von der jüngsten Wettbewerbsdebatte anstrebt.
Auch die Analysteneinschätzung fiel nicht uneingeschränkt positiv aus: AlphaValue/Baader Europe senkte am 12. Oktober das Kursziel von 35,10 Euro auf 34,90 Euro. Die Kaufempfehlung wurde bestätigt.
Damit ergibt sich ein differenziertes Bild: Die erste Marktreaktion auf SpaceX wurde teilweise korrigiert, während Rückkäufe und bestätigte Unternehmensziele fortbestehen. Für eine fundamental begründete Neubewertung kommt es darauf an, wie sich die Wettbewerbsrisiken und die angekündigten Geschäftseffekte tatsächlich entwickeln.
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