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Deutsche Telekom Aktie: Bundesnetzagentur-Beschwerde bleibt bestehen

Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 11:59 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die Netze werden direkt gekoppelt, während T-Systems Cloudflare-Dienste ins Angebot aufnimmt; Gebühren bleiben ungeklärt.

Unmarkierter 5G-Funkmast auf Berggipfel vor orangefarbenem Sonnenuntergangshimmel
Fotorealistisches Panoramabild eines markenlosen 5G-Funkmastes auf einem felsigen Berggipfel bei dramatischem Sonnenuntergang – ein Kernsymbol der Netzinfrastruktur der Deutsche Telekom AG (ISIN DE0005557508) Illustration mit AI erstellt.

Deutsche Telekom und der US-Spezialist Cloudflare haben ihren jahrelangen Streit um die direkte Zusammenschaltung ihrer Datennetze beigelegt. Die direkte Netzanbindung soll bis zum morgigen Donnerstag vollständig umgesetzt werden. Damit entfällt für einen erheblichen Teil des Datenverkehrs der Umweg über externe Transit-Dienstleister. Im heutigen Handel gibt die Aktie leicht um 0,1 Prozent auf 26,38 Euro nach.

Hinter der technischen Einigung steht Medienberichten zufolge ein strategischer Schwenk.

Die Großkundensparte T-Systems nimmt Cloudflare-Lösungen für Anwendungen, Netzwerke und Künstliche Intelligenz in ihr Enterprise-Portfolio auf. T-Systems übernimmt dabei Beratung, Bereitstellung sowie Managed Services und schult eigene Mitarbeiter für die neuen Sicherheitsdienste.

Ob Cloudflare im Gegenzug direkte Gebühren für den Netzverkehr an die Bonner zahlt, blieb offen. Eine im April 2025 bei der Bundesnetzagentur eingereichte Beschwerde gegen die Telekom bleibt von der Einigung formell unberührt.

Kürzere Datenwege für deutsche Internetnutzer

Für Internetnutzer in Deutschland verspricht die direkte Kopplung eine spürbare Entlastung. Während des Konflikts wurden Datenströme zwischen Cloudflare und Kunden der Telekom wiederholt über ausländische Knotenpunkte in London oder New York geleitet. Dies führte regelmäßig zu höheren Latenzzeiten und Paketverlusten.

Auch Ausweichrouten über zwischengeschaltete Betreiber wie Arelion oder Cogent gehörten zum Alltag. Durch die direkte Verbindung sollen Verbindungen künftig stabiler und ausfallsicherer laufen. Ob sich die Maßnahme messbar in den standardisierten Ladezeiten von Webseiten niederschlägt, wird sich jedoch erst nach mehrwöchigen Messzyklen zeigen.

Flankierende Investitionen in die Netzinfrastruktur

Parallel zur Einigung mit Cloudflare treibt der DAX-Konzern den Umbau seiner eigenen Netzinfrastruktur voran. Am Dienstag meldete das Unternehmen den produktiven Einsatz der cloud-nativen iDNS-Software von Titan.ium auf der konzerneigenen Horizontal TelCo Cloud. Das System bündelt Namensauflösungsdienste für das Festnetz sowie den Mobilfunk und soll die Effizienz des Betriebs steigern.

Gleichzeitig verzeichnet der Bonner Telekommunikationsriese kontinuierliche Zuwächse bei den physischen Leitungen. Wie der Konzern gestern meldete, stieg die Zahl der mit Glasfaser versorgten Haushalte und Betriebe auf 14,1 Millionen, nachdem im Vormonat 222.000 Anschlüsse hinzukamen. Das Papier notiert dennoch 23 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch.

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