Deutsche Beteiligungs Aktie: Alzin warnt vor Wende-Euphorie
Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 09:45 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie Deutsche Beteiligungs AG hält nach einer Erholung der Bewertungsmultiplikatoren an ihrer Jahresprognose fest. Die heute veröffentlichten Quartalszahlen zeigen eine Stabilisierung des Nettovermögenswerts und wieder einen Gewinn.
Vorstandssprecher Tom Alzin warnt allerdings davor, die jüngste Entwicklung bereits als dauerhafte Wende zu verstehen. Die Aktie legt heute um 3,6% zu und begleitet damit die vorsichtig positiven Unternehmensnachrichten.
Höhere Bewertungen stützen das Ergebnis
Im dritten Quartal 2026 erzielte die Deutsche Beteiligungs ein Konzernergebnis von 3,7 Millionen Euro. Nach den ersten neun Monaten steht allerdings weiterhin ein Konzernverlust von gut 30 Millionen Euro. Der jüngste Gewinn gleicht die Belastungen der vorangegangenen Verlustquartale damit nicht aus.
Alzin zufolge haben sich die Bewertungsmultiplikatoren nach den Belastungen des ersten Halbjahres erholt. Er bezeichnet diese Entwicklung ausdrücklich als Momentaufnahme. Für Anleger ist das die zentrale Einschränkung: Die Aufhellung verbessert das Quartalsbild, belegt aber noch keine nachhaltige Erholung.
Das Brutto-Bewertungs- und Abgangsergebnis erreichte im dritten Quartal 2026 einen positiven Wert von 17,4 Millionen Euro. Über die ersten neun Monate blieb es mit minus 31,6 Millionen Euro negativ.
Die Gegenüberstellung verdeutlicht, wie unterschiedlich das jüngste Quartal und der bisherige Jahresverlauf ausfallen. Die Rückkehr in die Gewinnzone ist ein Fortschritt, beseitigt aber den bisherigen Rückstand nicht.
Nettovermögenswert stabilisiert sich
Der Nettovermögenswert je Aktie lag Ende September bei 33,84 Euro. Ende Juni hatte er 33,65 Euro betragen. Alzin hält die Diskrepanz zwischen Aktienkurs und Nettovermögenswert weiterhin für ungerechtfertigt.
Mit dieser Einschätzung stellt der Vorstandssprecher die Bewertung der Aktie in den Mittelpunkt. Seine Aussage bleibt jedoch eine Einschätzung des Managements. Die vorsichtige Einordnung der jüngsten Markterholung gilt daneben unverändert.
Für 2026 bestätigt die Gesellschaft einen erwarteten Nettovermögenswert je Aktie von 32–36 Euro. Beim Fondsberatungs-EBITA bleibt die Prognose bei 9–11 Millionen Euro.
Die Gesellschaft erhöht ihre Erwartungen trotz des besseren Quartals also nicht. Für Anleger stehen damit die bestätigten Zielkorridore und die Frage nach der Beständigkeit der Bewertungsaufhellung im Vordergrund.
Transaktionen bleiben ein Schwerpunkt
In den ersten neun Monaten 2026 verzeichnete die Deutsche Beteiligungs vier neue Investments und vier vollzogene Beteiligungsverkäufe. Nach Ende des Berichtszeitraums kam der Verkauf des Green-Datahub-Rechenzentrumsportfolios hinzu.
Parallel vereinbarten oder vollzogen die Portfoliounternehmen weitere Zukäufe. Die Transaktionstätigkeit beschränkte sich damit nicht auf Käufe und Verkäufe auf Ebene der Deutschen Beteiligungs. Beim veräußerten Rechenzentrumsportfolio bleibt akquinet Betreiber.
Das Fondsberatungs-EBITA erreichte im Neunmonatszeitraum 2026 insgesamt 10,1 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum waren es 11,2 Millionen Euro gewesen.
Damit fällt das Gesamtbild gemischt aus: Bewertungsaufhellung und Beteiligungstransaktionen stehen einem weiterhin negativen Konzernergebnis im bisherigen Jahresverlauf gegenüber. Die bestätigte Prognose signalisiert Kontinuität bei den Erwartungen, nicht bereits Entwarnung.
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