Delivery Hero Aktie: Quartalszahlen und Übernahmeangebot von Uber
Veröffentlicht am: 31.08.2026 um 20:55 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ausgangslage
Delivery Hero legte am Donnerstag Quartalszahlen vor: Der Bruttowarenwert (GMV) stieg im zweiten Quartal auf vergleichbarer Basis um 11,3 Prozent auf 13,2 Milliarden Euro, der Umsatz kletterte um 17,7 Prozent auf 4,0 Milliarden Euro.
Der Konzern hob daraufhin seine Jahresprognose an: Das GMV-Wachstum soll 2026 nun bei 9 bis 11 Prozent liegen, das bereinigte EBITDA bei 960 Millionen bis 1 Milliarde Euro. Der freie Cashflow drehte im ersten Halbjahr auf 348 Millionen Euro, nach minus 8 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.
Diese operative Entwicklung fällt in eine Phase, in der das laufende Übernahmeangebot von Uber im Fokus steht.
Seit vergangenem Samstag liegt die von der BaFin gebilligte Angebotsunterlage vor, die Annahmefrist läuft noch bis zum 5. November. Der Aktienkurs notiert aktuell bei 37,00 Euro und damit unter dem Angebotspreis von 41,50 Euro je Aktie.
Die entscheidende Frage
Für Anleger ist die Annahmequote bis zum 5. November entscheidend. Uber benötigt mindestens 50 Prozent plus eine Aktie, verfügt nach eigenen Angaben aber bereits über ein wirtschaftliches Gesamtinteresse von mehr als 53 Prozent – zusammengesetzt aus direkt gehaltenen 24,77 Prozent Stimmrechten, 11,74 Prozent über Finanzinstrumente sowie einer unwiderruflichen Andienungszusage von 16,68 Prozent.
Rein rechnerisch liegt die Mindestschwelle damit in Reichweite, doch zwischen "wirtschaftlichem Interesse" und tatsächlich angedienten Aktien besteht ein Unterschied, den erst die kommenden Wochen klären. Solange die Lücke zwischen Kurs und Angebotspreis besteht, preist der Markt ein Restrisiko ein – sei es regulatorisch, sei es hinsichtlich der Annahmequote.
Operative Entwicklung
Die operativen Zahlen zeigen das Geschäftswachstum. Der Quick-Commerce-Bereich wuchs im zweiten Quartal um 32 Prozent und macht inzwischen 18,3 Prozent des Konzern-GMV aus. Parallel investiert Delivery Hero in KI-gestützte Werkzeuge: Ein Assistent für Restaurantpartner soll deren Bestellvolumen im Schnitt um 15 Prozent gesteigert haben und wird bereits von über 40.000 Partnerunternehmen genutzt.
Zusätzlich hat der Konzern den Verkauf von Geschäften in 14 Ländern an SSW Partners für rund 1,4 Milliarden Euro vereinbart – ein Schritt, der die Bilanz strafft, allerdings erst mit Vollzug der Uber-Übernahme wirksam wird.
Risiken und Randaspekte
Das Übernahmeangebot ist trotz der hohen Beteiligungsquote nicht automatisch ein Selbstläufer. Die Annahmefrist zieht sich bis in den November, das Settlement der Transaktion wird laut Uber erst für die zweite Jahreshälfte 2027 erwartet – ein langer Zeitraum, in dem sich regulatorische Hürden oder unerwartete Verzögerungen auftun können.
Zudem bleibt der SSW-Deal an den Erfolg der Übernahme gekoppelt: Scheitert oder verzögert sich Letztere, steht auch der Verkauf der 14 Länder-Geschäfte auf der Kippe. Sektorseitig verweisen Berenberg-Analysten zudem auf anhaltenden Wettbewerbsdruck in Südkorea und der MENA-Region.
Auch Insider-Verkäufe, etwa jene von Vorstandsmitglied Johannes Bruder Anfang August im Rahmen einer RSU-Steuerabwicklung, sind ein Randaspekt, der in Übernahmesituationen beobachtet wird.
Ausblick
Der nächste konkrete Fixpunkt für Anleger ist der 5. November, das Ende der Annahmefrist – erst danach zeigt sich, ob Uber die nötige Mehrheit tatsächlich einsammeln konnte.
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