Delivery Hero Aktie: Bank of America senkt Beteiligung
Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 06:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Bank of America Corporation hat ihre Beteiligung am Berliner Essenslieferdienst Delivery Hero neu austariert. Wie aus mehreren Stimmrechtsmitteilungen von gestern hervorgeht, vollzog das US-Institut innerhalb weniger Handelstage mehrere Schwellenberührungen. Nach einem zwischenzeitlichen Anstieg auf 5,13 Prozent sank der Gesamtanteil aus Stimmrechten und Finanzinstrumenten zum 25. September auf 4,39 Prozent.
Im gestrigen Handel schloss das im MDax notierte Papier bei 36,24 Euro. Das entspricht einer leichten Tagesveränderung von minus 0,8 Prozent. Trotz dieser kurzfristigen Schwankungen verzeichnet der Konzern seit Jahresanfang ein Kursplus von 59 Prozent, getrieben vor allem von der geplanten Milliardenübernahme durch den US-Konzern Uber.
Verschiebungen bei Bank of America
Die veröffentlichten Transaktionen zeigen eine rasche Anpassung der Positionen kurz vor Quartalsende. Am 22. September hatte die Bank of America ihren Gesamtanteil zunächst von zuvor 4,89 Prozent auf 5,13 Prozent ausgebaut. Über die Tochtergesellschaft Merrill Lynch International wurden dabei 3,29 Prozent der Stimmrechte direkt gehalten. Bereits am darauffolgenden Tag sank der kombinierte Anteil jedoch wieder auf 4,72 Prozent.
Zum Stichtag 25. September lag die Quote schließlich bei 4,39 Prozent. Diese setzt sich aus 2,55 Prozent direkten Stimmrechten sowie 1,84 Prozent über Finanzinstrumente zusammen. Zu den gemeldeten Derivaten zählen neben einer im Dezember 2026 fälligen Call-Option vor allem bar abgerechnete Swaps mit Laufzeiten bis Mai 2030. Die Gesamtzahl der Stimmrechte von Delivery Hero beläuft sich auf 306.492.017 Stück.
Genehmigungshürden rund um die Uber-Transaktion
Die Neuordnung im Aktionariat fällt in eine entscheidende Phase für Delivery Hero. Uber hatte im Juli ein Übernahmeangebot für den Berliner Lieferdienst vorgelegt. Nach Abzug einer bereits bestehenden Beteiligung beläuft sich das Volumen auf rund 13,7 Milliarden Dollar. Der Zusammenschluss würde Marken wie Baemin, Foodpanda und Talabat zusammenführen.
Bis zum Vollzug der Transaktion müssen beide Konzerne jedoch erhebliche kartellrechtliche Prüfungen bewältigen. Die Angebotsunterlage sieht behördliche Freigaben in 14 Märkten vor, darunter in der Europäischen Union und in Südkorea.
Um wettbewerbsrechtlichen Bedenken zu begegnen, plant Uber die Abgabe von Aktivitäten in überschneidenden Ländern an eine Investmentfirma. Die reguläre Annahmefrist für das Übernahmeangebot läuft noch bis zum 5. November 2026.
Intensiver Wettbewerb im südkoreanischen Kernmarkt
Besondere Aufmerksamkeit widmen die Wettbewerbshüter der Entwicklung in Südkorea, wo Delivery Hero mit der Tochtergesellschaft Woowa Brothers und der Plattform Baemin aktiv ist. Der dortige Markt wuchs 2025 auf ein Gesamtvolumen von über 40 Billionen Won bei Online-Lieferungen. Allerdings setzt der lokale Rivale Coupang Eats den Marktführer Baemin unter Druck und konnte diesen in der Hauptstadt Seoul bei den monatlichen Kartenzahlungen überholen.
Zugleich verhandelt die südkoreanische Politik über strengere regulatorische Obergrenzen für die Plattformprovisionen, während die dortige Wettbewerbsbehörde einen Vergleichsvorschlag kürzlich ablehnte. Für die Aktionäre von Delivery Hero bleiben die Freigabeverfahren in diesen Schlüsselmärkten der zentrale Gradmesser für den erfolgreichen Abschluss der Milliardenfusion.
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