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Deere Aktie: Überraschung im Krisenjahr

Veröffentlicht am: 20.08.2026 um 12:41 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Deere übertrifft mit Q3-Zahlen die Erwartungen deutlich. Bau- und Forsttechnik gleicht Schwächen im Agrargeschäft aus, Prognose angehoben.

Deere-Aktie: Starkes Q3 übertrifft Erwartungen trotz Agrarkrise
Moderne, technisierte Agrarlandschaft bei Sonnenuntergang mit weiten Feldern und Bewässerungssystemen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Bei Deere hatten sich die Erwartungen zuletzt eingetrübt. 18 Abwärtsrevisionen standen in den vergangenen 90 Tagen nur fünf Anhebungen gegenüber. Die Analystengemeinde hatte sich auf ein schwaches Quartal eingestellt — und wurde eines Besseren belehrt.

Der Landmaschinenhersteller verdiente im dritten Geschäftsquartal 5,10 Dollar je Aktie, deutlich mehr als die erwarteten rund 4,69 Dollar. Der Umsatz kletterte auf 12,61 Milliarden Dollar und übertraf die Konsensschätzung von 10,81 Milliarden Dollar klar.

Der Nettogewinn stieg im Jahresvergleich um etwa 7 Prozent auf 1.379 Millionen Dollar. Die Aktie reagierte in der Vorbörse mit einem Sprung von rund 5 Prozent und näherte sich der 610-Dollar-Marke, nachdem sie zuvor bei 580,63 Dollar geschlossen hatte.

Bau- statt Landtechnik trägt

Den Ausschlag gab nicht das klassische Kerngeschäft. Die Sparte Bau- und Forsttechnik profitierte vom anhaltenden Ausbau von Rechenzentren und glich damit die Schwäche im Bereich Großmaschinen und Präzisionslandwirtschaft aus. Dort belasten weiterhin knappe Margen der Landwirte und hohe Händlerbestände das Geschäft.

CEO John May sprach von disziplinierter Umsetzung und Stabilität im US-Markt, während Brasilien und Europa schwächer liefen. Die Wettbewerber CNH Industrial und AGCO hatten zuletzt ähnliche Signale gesendet: ein herausforderndes, aber sich stabilisierendes Marktumfeld für die gesamte Agrarmaschinenbranche.

Prognose leicht angehoben

Deere hob die untere Grenze seiner Jahresprognose für den Nettogewinn an. Statt der bisherigen Spanne von 4,5 bis 5,0 Milliarden Dollar rechnet der Konzern nun mit 4,75 bis 5,0 Milliarden Dollar — und liegt damit über der Analystenschätzung von 4,87 Milliarden Dollar.

May zeigte sich zuversichtlich, dass 2026 den Tiefpunkt des aktuellen Landmaschinenzyklus markiert. Verbesserte Bestände bei Gebrauchtmaschinen und eine wachsende Nachfrage nach Deeres Technologielösungen stützen diese Einschätzung.

Ein moderates Marktumfeld half zusätzlich: Die Ankündigung der US-Notenbank-nahen Anleihe-Rückkaufpläne hatte die langfristigen Renditen zuletzt gedrückt, was kapitalintensiven Industriewerten wie Deere tendenziell zugutekommt. Die Aktie bleibt mit knapp 610 Dollar noch deutlich unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 674,19 Dollar, hat sich damit aber merklich von ihrem Jahrestief bei 433 Dollar entfernt.

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